Arbeitnehmer-Studie Drei Millionen Deutsche wollen mehr arbeiten

Für mehr Geld wären rund drei Millionen Deutsche bereit, ein paar Stunden mehr pro Woche im Büro zu bleiben. Bei der Stundenzahl gibt es allerdings Unterschiede - gerade zwischen den Geschlechtern.

Gebäudereinigerin (Symbolfoto): Besonders Frauen in Teilzeit wollen mehr arbeiten.
DPA

Gebäudereinigerin (Symbolfoto): Besonders Frauen in Teilzeit wollen mehr arbeiten.


Würden Sie gerne mit entsprechend höherem Verdienst ihre Wochenarbeitszeit erhöhen? Diese Frage würden drei Millionen Arbeitnehmer in Deutschland mit Ja beantworten, wie das Statistische Bundesamt in einer Studie für das Jahr 2014 herausfand. Durchschnittlich wollen die Unterbeschäftigten ihre Wochenarbeitszeit um 11,3 Stunden erhöhen.

Weniger arbeiten wollen dagegen knapp eine Million Erwerbstätige, davon rund 90 Prozent in Vollzeitbeschäftigung - nämlich im Durchschnitt 11,1 Stunden weniger.

Die Studienmacher errechneten aus den Arbeitszeitwünschen der Unter- und Überbeschäftigten ein ungenutztes Potenzial von knapp 22,6 Millionen Arbeitsstunden pro Woche. Dies entspräche rein rechnerisch rund 566.000 Vollzeitstellen von jeweils 40 Wochenstunden.

Von den insgesamt 2,9 Millionen unterbeschäftigt Erwerbstätigen übten 1,6 Millionen eine Teilzeit- und 1,3 Millionen eine Vollzeittätigkeit aus. Unterbeschäftigte in Teilzeit wollten ihre Wochenarbeitszeit um durchschnittlich 14,7 Stunden erhöhen, jene in Vollzeit um durchschnittlich 7,1 Stunden.

Hier finden sich auch deutliche Geschlechterunterschiede: Eher Männer statt Frauen in Vollzeittätigkeit fühlten sich unterbeschäftigt, bei Teilzeittätigkeit wollten dagegen lieber Frauen mehr arbeiten - die Anteile lagen 2014 jeweils bei etwa 73 Prozent.

Als Unterbeschäftigte definierten die Forscher Erwerbstätige, die den Wunsch nach zusätzlichen Arbeitsstunden haben und für diese auch zur Verfügung stehen. Bei Überbeschäftigten handelt es sich dagegen um Erwerbstätige, die ihre Arbeitsstunden reduzieren wollen und dafür ein verringertes Einkommen hinnehmen.

kpa

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insgesamt 102 Beiträge
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Seite 1
j.schiffmann 24.06.2015
1.
"Für mehr Geld wären rund drei Millionen Deutsche bereit, ein paar Stunden mehr pro Woche im Büro zu bleiben." Gut das es nur Bürojobs in Deutschland gibt...
j.vantast 24.06.2015
2. Wie durchaus originell
Wie wäre es denn wenn die Unmengen an unbezahlten Überstunden in Deutschland zunächst mal vergütet werden?
bluebill 24.06.2015
3. Eigentlich trivial
Besonders im Teilzeitbereich gibt es viele prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Wenn ich mit Halbtagsarbeit finanziell hinten und vorne nicht hinkomme, aber eine Erhöhung des Stundenlohns völlig ausgeschlossen ist, dann "wünsche" ich mir natürlich, wenigstens ein paar Stunden mehr arbeiten zu "dürfen". - Hätte man die Option "höhere Bezahlung" in die Umfrage eingebaut, dann wären die Ergebnisse ganz sicher anders ausgefallen.
franz.v.trotta 24.06.2015
4. Da sieht man,
wie gut es ist, wenn man die Leute nur knapp bezahlt. Das fördert den Eifer.
spon_2999637 24.06.2015
5. Büro?
Zitat von j.schiffmann"Für mehr Geld wären rund drei Millionen Deutsche bereit, ein paar Stunden mehr pro Woche im Büro zu bleiben." Gut das es nur Bürojobs in Deutschland gibt...
Zumal "Büro" in der Pressemitteilung selbst gar nicht vorkommt und von SPON aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen hinzugefügt wurde. Die Studie selbst war leider nicht verlinkt.
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