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26. August 2009, 19:16 Uhr

Studie

Immer mehr Wohlhabende sorgen sich um Reichtum

Auch Reiche haben materielle Sorgen. Die meisten haben Angst vor dem sozialen Abstieg, zeigt eine Studie. Beamte hingegen sorgen sich in Sachen Geldfragen am wenigsten.

Berlin - Es ist erst wenige Wochen her, da sorgte Madeleine Schickedanz für Aufregung. In aller Öffentlichkeit tat die mehrfache Millionärin ihre Ängste kund: Bei einer Total-Pleite des Reise- und Warenhauskonzerns Arcandor könne sie als Großaktionärin alles verlieren. Schon heute lebe sie nur noch von wenigen hundert Euro im Monat.

Dass ausgerechnet eine Millionärin solche Aussagen macht, stößt bei vielen auf Unverständnis. Doch offenbar steht Madeleine Schickedanz mit ihren Ängsten nicht allein da. Die meisten wohlhabenden Deutschen sorgen sich um ihren Reichtum, ergab jetzt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Während sechs Prozent aller Deutschen als reich gelten, sieht sich nur ein Prozent der Bevölkerung frei von materiellen Sorgen. Von den berufstätigen "sorgenfreien Reichen" arbeite mehr als die Hälfte (53 Prozent) als Beamte im öffentlichen Dienst, meist in leitenden Positionen.

Die Studie basiert auf Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP), einer seit 25 Jahren laufenden Wiederholungsbefragung von mehr als 20.000 Menschen.

Die typischen Wohlhabenden ohne Sorgen seien demnach älter, lebten zu zweit ohne Kinder in einem Eigenheim in westdeutschen Bundesländern. Sie verdienten mehr als das Doppelte des durchschnittlichen Nettoeinkommens pro Haushalt, das aktuell bei 2600 Euro liegt. Zudem besäßen sie etwa sechs- bis siebenmal mehr Vermögen als der Durchschnittsdeutsche. Es handle sich um eine hoch privilegierte Gruppe, "die sich von den besorgten Reichen vor allem durch ihre bevorzugte berufliche Stellung unterscheidet", sagte Olaf Groh-Samberg, Autor der Studie.

So gebe es eine relativ große Zahl Selbstständiger und mittlerer Angestellten unter den Wohlhabenden. Nur sechs Prozent von ihnen seien beamtet. "Dass bei Personen, die nicht beamtet sind, auch unter den Reichen die finanziellen Sorgen zunehmen, spiegelt die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit wider", sagte der Sozialwissenschaftler. "Obwohl es mehr Reiche als vor zehn Jahren gibt, sind immer weniger Personen frei von Sorgen um ihre finanzielle Lage."

yes/AFP

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