Stromversorgung Kohlekraftwerke können trotz Atomausstiegs stillgelegt werden

Laut einer Studie ist die Stilllegung von Kohlekraftwerken parallel zum Atomausstieg möglich. Um die Stromversorgung nicht zu gefährden, bedürfe es zwar neuer Gaskraftwerke - langfristig soll sich das für Kunden jedoch lohnen.
Braunkohlekraftwerk im brandenburgischen Jänschwalde: Stromversorgung nicht in Gefahr

Braunkohlekraftwerk im brandenburgischen Jänschwalde: Stromversorgung nicht in Gefahr

Foto: Z1022 Patrick Pleul/ dpa

Kann man Kohlekraftwerke bereits während des Atomausstiegs stillegen? Immer wieder wurde diese Frage in den vergangenen Jahren von Politik und Wirtschaft mit Nein beantwortet. Eine Studie im Auftrag der rheinland-pfälzischen Landesregierung kommt nun zu einem anderen Schluss. Demnach können die Kraftwerke in Deutschland bis 2040 abgeschaltet werden, ohne die Stromversorgung zu gefährden.

Allerdings müssten dafür zusätzlich zum bereits vom Bund geplanten Ausbau erneuerbarer Energien - etwa der Windkraft - neue Gaskraftwerke gebaut werden, schreiben die Verfasser .

Die damit verbundene Strompreissteigerung sei moderat, sagte die Energieministerin von Rheinland-Pfalz, Eveline Lemke. Je nach Entwicklung der Kosten für Kohlenstoffdioxid-Emissionen würde der Strompreis bis 2030 lediglich um 0,7 bis 2,7 Cent pro Kilowattstunde steigen. Ab 2035 rechnen Experten demnach mit Kostenvorteilen für die Verbraucher. 

Die Studie wurde von den Professoren Uwe Leprich vom Institut für Zukunftsenergiesysteme in Saarbrücken und Stefan Klinski von der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin erstellt.

Derzeit betreiben die Energiekonzerne in Deutschland noch acht Atomkraftwerke. Sie müssen bis 2022 abgeschaltet werden, so sieht es der stufenweise Atomausstieg der Bundesregierung vor.

brk/dpa
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