Studie Mehrheit der Hartz-IV-Empfänger würde nicht für Job umziehen

Viele Hartz-IV-Empfänger bestätigen ein zentrales Vorurteil: Laut einer Studie würden zwei von drei Langzeitarbeitslosen nicht für einen Job den Wohnort wechseln. Bei anderen Punkten sind sie dagegen deutlich flexibler.
Schlange vor Arbeitsagentur: Die meisten Arbeitslosen wollen trotzdem nicht umziehen

Schlange vor Arbeitsagentur: Die meisten Arbeitslosen wollen trotzdem nicht umziehen

Foto: Ralf Hirschberger/ picture-alliance/ dpa

Nürnberg - Unflexibel und nicht gerade mobil - mit diesen Vorwürfen sehen sich Arbeitslose immer wieder konfrontiert. Für die überwiegende Zahl der Jobsuchenden scheint das auch zu stimmen. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung können sich zwei Drittel der Hartz-IV-Empfänger nicht vorstellen, für einen Arbeitsplatz umzuziehen.

In anderen Punkten sind die Arbeitslosengeld-II-Empfänger aber durchaus zu Zugeständnissen bereit: So würden mehr als zwei Drittel der Befragten für einen Job einen langen Arbeitsweg, ungünstige Arbeitszeiten und erhöhte Belastungen in Kauf nehmen. Viele würden auch eine Stelle unter ihrem Qualifikationsniveau annehmen, berichtet die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit.

Der vom neuen Chef gezahlte Stundenlohn sollte allerdings nach Vorstellung der Arbeitslosen im Schnitt nicht unter 6,29 Euro liegen. Familienväter halten einen Mindestlohn von etwa 7,58 Euro für unverzichtbar. Damit bewegen sich die Gehaltsvorstellungen der Arbeitslosen im Bereich des von Gewerkschaften und SPD geforderten Mindestlohns in Höhe von 7,50 Euro pro Stunde.

Um die Konzessionsbereitschaft von Hartz-IV-Betroffenen zu erhöhen, schlagen die Forscher unter anderem Lohnsubventionen vor. Auch sollten den Erwerbslosen in neuen Jobs Fortbildungen angeboten werden, die ihnen die Chancen auf einen besser bezahlten Arbeitsplatz eröffnen, rät das Forschungsinstitut.

Die Untersuchung habe auch gezeigt, dass es bei vielen Erwerbslosen keineswegs an Eigeninitiative mangele; häufig behinderten die persönlichen Lebensumstände die Stellensuche. So stehe bei manchen die fehlende Kinderbetreuung einer Vermittlung im Wege.

böl/dpa-AFX
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