Studie Nur jede vierte Führungskraft ist eine Frau

Die Top-Jobs in der deutschen Wirtschaft bleiben für die meisten Frauen außer Reichweite. Nur rund ein Viertel aller Führungspositionen wird laut einer Studie von weiblichen Fachkräften besetzt. Vor allem eine Schwangerschaft wirkt sich oft negativ auf die Karriere aus.

Frau in Führungsposition: In Deutschland immer noch nicht die Regel
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Frau in Führungsposition: In Deutschland immer noch nicht die Regel


Berlin - Wenn es um hochbezahlte Jobs in Spitzen-Positionen geht, sind die deutschen Unternehmen immer noch weit von einer Chancengleichheit der Geschlechter entfernt. Nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) stagnierte der Frauenanteil unter den Führungskräften von 2006 bis 2008 bei 27 Prozent, obwohl die Hälfte der Angestellten weiblich sei.

Auf der unteren Managementebene sind Frauen nach Angaben des Instituts mit 39 Prozent noch am häufigsten vertreten, in den Vorständen großer Unternehmen kommen sie so gut wir gar nicht an. Weibliche Führungskräfte sind im Schnitt mit 40 Jahren knapp vier Jahre jünger als ihre männlichen Kollegen, ihre Berufserfahrung fällt daher etwas geringer aus.

Auch beim Gehalt zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Frauen und Männern: Mitarbeiterinnen in gehobenen Positionen verdienten Jahr 2008 etwa 28 Prozent weniger, dieser Wert hat sich gegenüber 2006 nicht verändert. Zudem erhalten Frauen auch weniger monetäre und nicht-monetäre Sondervergütungen als Männer.

Vor allem die Familiengründung führe bei Frauen nach wie vor häufiger zum Karriereknick als bei Männern, so das Institut. "Das ist nicht nur ungerecht, sondern auch schlecht für die Wirtschaft", sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann am Donnerstag in Berlin. Jede Frau, die beruflich nicht in die Position komme, für die sie qualifiziert sei, wirke sich negativ auf das Wachstum aus.

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Mit Hausarbeit und Kindererziehung ließen sich die langen Wochenarbeitszeiten von Führungskräften kaum vereinbaren. Auch in Top-Positionen seien es nach wie vor die Frauen, die mehr Familienarbeit übernähmen. Im Ergebnis bleiben Frauen, die es in die Chef-Etagen schaffen, laut DIW häufiger unverheiratet und kinderlos als ihre männlichen Kollegen.

Für die Untersuchung wurde eine Langzeitbefragung in 11.000 Haushalten in Deutschland durchgeführt. Das Institut fasst den Führungskräfte-Begriff schon recht weit und bezieht auch hochqualifizierte Fachkräfte ein.

jok/dpa



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sinta, 05.03.2010
1.
Zitat von sysopDen aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge haben Frauen im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient als Männer. Trotz aller Bemühungen von Gleichstellungsbeauftragten und Frauengruppen ist der Abstand sogar noch einmal größer geworden. Wie kann gegen die Ungerechtigkeit vorgegangen werden?
So Männer, ran ans Büffet, es ist angerichtet. Es stehen ja genug Appetithäppchen drauf, die da so aussehen: Frauen, weniger verdienen, Gleichstellungsbeauftrage, Frauengruppen, Ungerechtigkeit. The usual suspects werden sich doch hoffentlich bald einfinden: Dampflock, Everhard, chrima, Parzival v. d. Dräuen, Nior aon Duine, Christian Krippenstapel, und noch viele andere. ;-) Erst einmal wird erzählt, dass das ja alles so nicht wahr ist, dann, im Laufe der Diskussion kommt es zu dem unausweichlichem: Frauen wollen ja eh nur reiche Männer, damit sie diese dann per Unterhaltszahlungen ausbeuten und ihnen die Kinder wegnehmen können. ;)
entreotto 05.03.2010
2. Frauen an den Pilotenstick
Meiner Meinung nach hängt das damit zusammen, dass bei den Fluggesellschaften fast nur männliche Piloten sind und die Frauen arbeiten als Flugbegleiter. Also ein Pilot verdient so viel wie 5 Flugbegleiter, kein Wunder, dass so eine Studie dann rauskommt.
DJ Doena 05.03.2010
3.
Man entlässt einfach alle Männer. Dann erarbeiten alle Frauen das ganze BIP und wir Männer geben uns der aufreibenden Hausarbeit hin und beklagen uns, dass wir soviel weniger verdienen....
Pontifex, 05.03.2010
4. Na und ?
"Frauen verdienen weniger als Männer" Ja und ? Deswegen sind sie lange nicht weniger wert als Männer. Wenn Männer weniger verdienen würden als Frauen. Es würde niemanden interessieren. Nicht mal Gleichstellungsbeauftragte und Frauengruppen.
Kanzla87 05.03.2010
5.
Kennt denn jemand wirklich ein Unternehmen, in dem Männer und Frauen bei gleicher Stelle/Qualifikation wirklich etwas unterschiedliches verdienen? Was mir viel eher auffällt ist die Tatsache, dass die Gehaltslücke zwischen älteren und jüngeren Mitarbeiter viel eklatanter ist (Tarifvertragsproblematik).
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