Studie Viele Beschäftigte bekommen trotz Krise mehr Weihnachtsgeld

Gute Nachricht in schlechten Zeiten: Viele Arbeitnehmer können sich in diesem Jahr trotz der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten über mehr Weihnachtsgeld freuen. Doch die Unterschiede zwischen den Branchen sind noch immer gewaltig.

Weihnachtsbaum: Für viele Arbeitnehmer gibt es 2009 eine größere Bescherung als 2008
dpa

Weihnachtsbaum: Für viele Arbeitnehmer gibt es 2009 eine größere Bescherung als 2008


Düsseldorf/Münster - Beim Weihnachtsgeld gibt es in Deutschland weiterhin ein starkes Gefälle: Banker bekommen ein volles Monatsgehalt, Putzfrauen dagegen gar nichts. Trotz der Wirtschaftskrise können sich aber viele Arbeitnehmer dieses Jahr wegen Tariferhöhungen über mehr Extrageld zum Jahresende freuen, teilte das WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung am Montag mit.

In tarifgebundenen Betrieben liege der Zuwachs je nach Branche und Region zwischen 1,5 Prozent und 7,3 Prozent. Das entspricht bei mittleren Einkommen 16 bis 117 Euro. Beschäftigte profitierten von neuen Tarifabschlüssen, hieß es zur Erklärung.

Die stärkste Erhöhung beim Weihnachtsgeld erhalten demnach Mitarbeiter in der chemischen Industrie in Ostdeutschland mit 7,3 Prozent beziehungsweise 117 Euro. Mehr Geschenke können auch Beschäftigte der Metallindustrie von Nordwürttemberg und Nordbaden kaufen: Sie bekommen ein Plus von 4,2 Prozent, das entspricht 56 Euro. Gar keine Erhöhung gibt es dagegen zum Beispiel in der Druckindustrie und im Tarifbereich der Textilindustrie Westfalen und Osnabrück.

Bauarbeiter bekommen kein Weihnachtsgeld

Zu früh freuen dürfen sich aber selbst die Beschäftigten in Branchen mit Zuwächsen nicht. Wegen der Krise werde der Bonus nicht in allen Betrieben voll ausgezahlt, hieß es. In vielen Tarifverträgen gebe es spezielle Klauseln, die in Krisenzeiten Abstriche bei Sonderzahlungen erlauben. In jedem zehnten Betrieb wurden laut einer Umfrage unter Betriebsräten seit Mitte vergangenen Jahres Kürzungen bei Sonderzahlungen und Zulagen vorgenommen, berichtete das Tarifarchiv.

Spitzenreiter bei der Bemessungsgrundlage des Weihnachtsgeldes sind die Beschäftigten im Bankgewerbe und in der Süßwarenindustrie, denen jeweils ein volles Monatsgehalt zusteht. In der westdeutschen Chemieindustrie sowie in der Druckindustrie sind immerhin 95 Prozent fällig. Darunter liegen unter anderem die Bereiche Versicherungen (80 Prozent) und der westdeutsche Einzelhandel (62,5 Prozent).

Im öffentlichen Dienst der Gemeinden beträgt das Weihnachtsgeld je nach Vergütungsgruppe zwischen 60 und 90 Prozent. Kein Weihnachtsgeld erhalten laut WSI-Tarifarchiv die Beschäftigten des Bauhauptgewerbes im Osten und des Gebäudereinigerhandwerks.

böl/dpa



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jinky, 08.07.2009
1.
Zitat von sysopWeltweit kehren die Banken zum gewohnten Geschäft zurück - als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Müssen Wall Street und Londoner City umsteuern oder ist ist die Chance der Branche vertan, der Gier Grenzen zu setzen?
Sie hätten umsteuern müssen bzw. man hätte sie zu einem Umsteuern zwingen müssen.
Pinarello, 08.07.2009
2.
Zitat von sysopWeltweit kehren die Banken zum gewohnten Geschäft zurück - als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Müssen Wall Street und Londoner City umsteuern oder ist ist die Chance der Branche vertan, der Gier Grenzen zu setzen?
Warum sollten diese Gangster umsteuern? Jetzt gibt es doch unbegrenzten Kredit vom Staat der auch noch gleich die Verluste übernimmt! Also dann, warten halt bis zur nächsten Krise, die natürlich weit weit schlimmer werden wird, aber warum sollten denn die Politiker ausgerechnet gegen die Leute was unternehmen, von denen sie bezahlt werden und von denen sie ihre Befehle empfangen, hat doch dieses Mal ausgezeichent geklappt, die Folgen dieses Finanzverbrechens dem arbeitenden Bürger und Steuerzahler in die Schuhe zuschieben, genau so stellt sich die Finanzelite doch die Weltherrschaft vor.
schensu 08.07.2009
3.
Zitat von sysopWeltweit kehren die Banken zum gewohnten Geschäft zurück - als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Müssen Wall Street und Londoner City umsteuern oder ist ist die Chance der Branche vertan, der Gier Grenzen zu setzen?
Pah, als ob da unsere Meinung zählte! Das Ganze ist ein Selbstläufer, abgehoben von bekannten Realitäten zum Nutzen Weniger und ggf. Schaden Vieler. Ich brauch die jedenfalls mal gar nich.
Schelm-77 08.07.2009
4. Die Banken kehren zum gewohnten Geschäft zurück...
Am effektivsten läßt sich die Geldgier der Banker stoppen indem man sie einfach weitermachen läßt. Der nächste Crash wird einen frischen Wind durch die meist hohlen Köpfe der Finanzgenies pusten. Einen neuen weltweiten Rettungsfonds wird es dann mit Sicherheit auch nicht mehr geben. Der normalen Anleger sollte sein Geld allerdings vorher in Sicherheit bringen und in Edelmetalle, Edelsteine oder Immonbilien investieren. Im Zweifelsfalls tut es übergangsweise auch der bewährte Sparstrumpf. Den Banken geht es in erster Linie um ihr eigenes Wohl, dementsprechend sollte auch jeder Bürger erst einmal an sich selbst denken und ein erhöhtes Mißtrauen in Sachen Finanzwirtschaft aufbauen.
THM, 08.07.2009
5.
Zitat von sysopWeltweit kehren die Banken zum gewohnten Geschäft zurück - als hätte es die Finanzkrise nie gegeben. Müssen Wall Street und Londoner City umsteuern oder ist ist die Chance der Branche vertan, der Gier Grenzen zu setzen?
Noch erstaunlicher als die Unfähigkeit dieser Branche ist deren dreiste Gier.
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