Arbeitsmarktprognose Studie warnt vor massivem Arbeitskräftemangel in Deutschland

Bis 2035 könnte die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland um drei Millionen sinken, zeigt eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft. Um die Lücke zu füllen, brauche es mehr Zuwanderer.
Ein Maurer bei der Arbeit: Hohe Nachfrage, aber zu wenig Personal

Ein Maurer bei der Arbeit: Hohe Nachfrage, aber zu wenig Personal

Foto: Jan Woitas / picture alliance / dpa

Schon jetzt bleiben viele Stellen in Deutschland unbesetzt, zugleich gehen geburtenstarke Jahrgänge in Rente. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schlägt nun Alarm: »Wir steuern auf eine dramatische Situation zu«, warnte IW-Experte Holger Schäfer im Gespräch mit dem Portal »t-online«. Die Zahl der Erwerbstätigen habe ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht – und werde von nun an kontinuierlich sinken.

Laut einer Studie des IW, die dem Onlineportal vorliegt, wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von aktuell 53,1 Millionen auf 50,1 Millionen im Jahr 2035 schrumpfen.

In diesen Zahlen berücksichtigt sind bereits eine angenommene jährliche Nettozuwanderung von 420.000 Menschen bis 2023 und 320.000 Personen pro Jahr bis 2035. Um den prognostizierten Rückgang abzufedern, brauche es einen jährlichen Zuwachs von 400.000 Erwerbstätigen, so Experte Schäfer. Berücksichtige man, dass über eine Million Menschen in Deutschland jedes Jahr abwanderten, müssten fast 1,5 Millionen Menschen pro Jahr einwandern.

Zugleich warnte der IW-Experte: »Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, nur noch fertig ausgebildete Fachkräfte nach Deutschland zu holen. Ob qualifiziert oder unqualifiziert: Wir können froh sein, wenn überhaupt genügend Menschen einwandern.« Diese könnten auch in Deutschland noch ausgebildet werden.

mic/Reuters
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