Studie Zahl der Zeitarbeiter steigt auf Rekordniveau

Zeitarbeit hat einen schlechten Ruf, aber die Branche boomt: Noch nie gab es so viele Leiharbeiter wie im August. Das geht aus Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft hervor.
Putzfrau: Immer mehr Menschen arbeiten als Leiharbeiter

Putzfrau: Immer mehr Menschen arbeiten als Leiharbeiter

Foto: ALESSANDRO DELLA VALLE/ AP

Köln - In Deutschland sind so viele Zeitarbeiter beschäftigt wie noch nie. Im August 2010 waren 893.000 Arbeitskräfte in der Branche angestellt. Diese Zahl veröffentlichte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in seinem aktuellen Zeitarbeitsindex.

Die Branche boomt schon länger: Seit 16 Monaten steigen die Arbeitnehmerzahlen. Lediglich im Dezember 2009 war die Zahl der Leiharbeiter leicht zurückgegangen - nach Aussage des IW aus saisonalen Gründen.

In den vergangenen Monaten hat sich auch das Wachstumstempo in der Branche beschleunigt. Während die Zahl der neuen Zeitarbeitskräfte von Juni bis Juli 2010 noch um 3,1 Prozent stieg, nahmen die Einstellungen in der Branche von Juli bis August 2010 um 4,8 Prozent zu.

Die Zahl der Zeitarbeiter im August 2010 übertrifft den Vorkrisenrekord von 823.000 Beschäftigten im Jahr 2008 um 70.000. Während der Krise konnten Leiharbeitsverträge viele Arbeitsplätze in Deutschland sichern. Dafür mussten die Zeitarbeiter sich allerdings mit niedrigen Löhnen zufrieden geben.

Die Unternehmen der Zeitarbeitsbranche drängen bereits seit Längerem auf die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns. Spätestens im November werde die Branche die dafür nötige Aufnahme in das Entsendegesetz beantragen, sagte der Vizepräsident des Bundesverbands Zeitarbeit (BZA), Thomas Bäumer. Dann sei die Politik am Zuge - insbesondere die FDP.

kar/dapd
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