Chaos bei der Entsorgung Bundesrat beendet Styroporkrise auf Baustellen

Hunderte Baustellen waren lahmgelegt, weil Styropor nicht mehr zusammen mit Bauschutt entsorgt werden durfte. Nun hat der Bundesrat seinen Beschluss für ein Jahr ausgesetzt.

Dachdecker (Archiv)
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Dachdecker (Archiv)


Der Bundesrat hat die Styroporkrise auf Deutschlands Baustellen verschuldet - und nun vorerst wieder beendet. Die Länderkammer setzte einen erst vor wenigen Wochen in Kraft getretenen Beschluss wieder aus, der Bauhandwerkern die Entsorgung alter Dämmplatten nahezu unmöglich gemacht hatte. Laut Handwerkervertretern mussten deshalb mehrere Hundert Baustellen zeitweise stillgelegt werden.

Die Wohnungswirtschaft reagierte erfreut auf die aktuelle Entscheidung des Bunderats. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will das Styropor-Moratorium kommende Woche im Bundeskabinett bestätigen, damit es schnellstmöglich in Kraft treten kann.

Der Hintergrund der Styroporkrise: Viele alte Dämmplatten sind mit dem giftigen Brandschutzmittel HBCD imprägniert. Seit dem 1. Oktober galt die Vorschrift, dass diese Styroporplatten als Sondermüll auch gesondert verbrannt werden sollten. Doch ein Großteil der deutschen Müllverbrennungsanlagen hat überhaupt keine Zulassung für die Verbrennung von HBCD. Viele Dachdecker hatten deswegen große Mühe bei der Entsorgung, die Preise für die Verbrennung stiegen auf mehrere Tausend Euro pro Tonne.

Nun darf HBCD-haltiges Styropor wieder wie früher zusammen mit anderen Abfällen verbrannt werden - vorerst. Das Moratorium gilt für ein Jahr. Der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) verlangte eine langfristige Lösung: "Es muss sichergestellt sein, dass die Betriebe in einem Jahr nicht erneut einem Entsorgungsnotstand gegenüberstehen und die Entsorger Mondpreise für die Verbrennung fordern", sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke.

fdi/dpa



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