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30. September 2017, 07:41 Uhr

Supermarkt-Erpresser

Polizei überprüft Verdächtigen

Ein Erpresser hat vergiftete Lebensmittel in Umlauf gebracht, sogar Babynahrung war betroffen. Nun hat die Polizei in Baden-Württemberg einen Mann gefasst - er soll dringend tatverdächtig sein.

Im Fall eines Supermarkterpressers am Bodensee überprüft die Polizei einen Verdächtigen. Den Angaben nach wurden die Ermittler durch Hinweise aus der Bevölkerung auf ihn aufmerksam. Der am Freitag festgenommene Mann aus dem Landkreis Tübingen sei vorläufig festgenommen worden, teilte die Polizei mit.

Weitere Angaben machten die Beamten in Konstanz bislang nicht. Am Freitag hatte ein Polizeisprecher betont, dass es keineswegs feststehe, ob es sich bei dem Festgenommenen tatsächlich um den gesuchten Tatverdächtigen handele.

Die Nachrichtenagentur dpa meldet nun, die Ermittler hielten den 55-Jährigen für dringend tatverdächtig. Die Staatsanwaltschaft wolle noch im Laufe des Samstags einen Haftbefehl gegen ihn beantragen, hieß es demnach aus Ermittlerkreisen.

Die Polizei hatte am Donnerstag Fahndungsbilder eines dringend tatverdächtigen Mannes veröffentlicht. Sie zeigten einen schlanken, mittelgroßen etwa 50-Jährigen. Er hat ein schmales Gesicht und trägt eine weißgraue Mütze sowie schwarze Sportschuhe mit auffällig weißem Rand.

Der unbekannte Täter hatte in einer E-Mail an die Polizei, den Verbraucherschutz und mehrere Lebensmittelkonzerne vom Mitte September damit gedroht, bis Samstag 20 vergiftete Lebensmittel in Umlauf zu bringen. Er forderte einen niedrigen, zweistelligen Millionenbetrag. Schon Mitte September waren fünf mit Ethylenglycol vergiftete Gläschen mit Babynahrung in Friedrichshafen entdeckt worden.

Angaben darüber, welche Produkte und welche Filialen konkret betroffen sein sollen, machte der Täter nicht. Gefahndet wird nach ihm auch im Ausland, vor allem in Österreich und der Schweiz.

Bei der Polizei gingen deutschlandweit Hunderte Hinweise ein. Angestellte einer Drogerie-Filiale im niedersächsischen Peine hatten etwa einen Mann beobachtet, der dem mutmaßlichen Erpresser ähnlich gesehen habe. Die Polizei zeigte sich nach Auswertung des Videomaterials jedoch sehr sicher, dass der Mann nur eingekauft habe.

joe/mxw/dpa

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