Tarifeinigung Leiharbeiter bekommen künftig mehr Gehalt

Angesichts des steigenden Mindestlohns haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf höhere Löhne für die Leiharbeitsbranche verständigt. Branchenvertreter sprechen von einer »gigantischen Erhöhung«.
Beschäftigter in der Metallindustrie (Foto aus dem März 2018): Mehr Geld für Zeitarbeiter

Beschäftigter in der Metallindustrie (Foto aus dem März 2018): Mehr Geld für Zeitarbeiter

Foto: Hannibal Hanschke/ REUTERS

Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter sollen in Zukunft mehr Geld erhalten. Die Tarifgemeinschaft Leiharbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sowie der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) und der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen haben sich auf eine Anpassung der Entgelttarifverträge für die Branche geeinigt.

Davon betroffen sind bundesweit nach Gewerkschaftsangaben etwa 98 Prozent der rund 780.000 Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter in Deutschland. Die Anpassung war notwendig geworden, nachdem der Bundestag die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf zwölf Euro beschlossen hatte, die ab 1. Oktober dieses Jahres greifen soll.

Nach Angaben von Stefan Körzell, DGB-Vorstandsmitglied und Verhandlungsführer der Arbeitnehmerseite, wurde für die unterste Lohngruppe eine Lohnsteigerung von insgesamt 24,1 Prozent über die Laufzeit des Tarifvertrages erreicht. Demnach steigen die Löhne in drei Stufen – zunächst auf 12,43 Euro zum Oktober dieses Jahres, zum April 2023 dann auf 13 Euro und in einem dritten Schritt auf 13,50 Euro zum Januar 2024.

Für die Lohngruppen 2a und 2b seien Steigerungen von insgesamt 19 beziehungsweise 16 Prozent vereinbart worden – ebenfalls in drei Stufen: im Oktober zunächst auf 12,63 beziehungsweise 12,93 Euro, im April nächsten Jahres auf 13,20 beziehungsweise 13,50 Euro und zum Januar 2024 dann auf 13,80 beziehungsweise 14,15 Euro.

Wichtiger Anspruch der Gewerkschaften war es laut Körzell, in den unteren Entgeltgruppen auch künftig einen deutlichen Abstand zum gesetzlichen Mindestlohn zu erreichen. Für die Lohngruppen drei bis neun werde im Herbst verhandelt, hieß es. Die Zeitarbeit gehört zu den Branchen mit der höchsten Tarifabdeckung in Deutschland.

Der Verhandlungsführer der Verhandlungsgemeinschaft Zeitarbeit (VGZ), Sven Kramer, sprach von einer »gigantischen Erhöhung des Eingangslohns bis an unsere Schmerzgrenzen«. Er fügte hinzu: »Was wir jedoch festhalten können, ist die Tatsache, dass es sich weiterhin lohnt, in der Zeitarbeitsbranche tätig zu sein, weil wir selbst in der untersten Entgeltgruppe erheblich über dem Mindestlohn liegen.«

mic/dpa-AFX/AFP