Arbeitskampf der Flugbegleiter Lufthansa macht erste Zugeständnisse

Es ist ein erster Erfolg der Flugbegleitergewerkschaft Ufo: Die Lufthansa will allen Leiharbeitern am Standort Berlin eine Festanstellung anbieten. Das Angebot gilt als gutes Zeichen für den Tarifkampf.

Maschinen der Lufthansa: Hunderte Flüge lahmgelegt
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Maschinen der Lufthansa: Hunderte Flüge lahmgelegt


Frankfurt am Main - Die Lufthansa Chart zeigen beendet den Einsatz von Leih-Stewardessen in Berlin. Die Kräfte der Zeitarbeitsfirma Aviation Power sollen im kommende Jahr ein Übernahmeangebot erhalten, teilte die Fluggesellschaft in Frankfurt mit. Konkret sagte Vorstandschef Christoph Franz: "Lufthansa verzichtet einseitig, auf absehbare Zeit und ohne weitere Vorbedingungen auf den Einsatz von externen Kabinen-Crews in Berlin." Betroffen sind rund 200 Stewardessen der Zeitarbeitsfirma.

Franz verspricht sich von dem Zugeständnis Fortschritte in den festgefahrenen Tarifverhandlungen für die rund 18.000 Flugbegleiter der Lufthansa Passage. "Wir hoffen, dass dieser Schritt der Gewerkschaft Ufo hilft, mit uns gemeinsam in konstruktiven Gesprächen den Weg zu einer zukunfts- und wettbewerbsfähigen Vergütungsstruktur für die Mitarbeiter der Kabine zu beschreiten." Für die Gewerkschaft Ufo dürfte das Zugeständnis dagegen eher eine untergeordnete Rolle spielen.

Am Freitag erreichte der Ausstand seinen vorläufigen Höhepunkt. Nach zwei regionalen Streikwellen hatte Ufo zu einem bundesweiten Ausstand aufgerufen. Die Lufthansa hatte nach der Ankündigung bereits am Mittwoch rund 1000 ihrer 1800 Flüge für Freitag gestrichen. Rund 100.000 Passagiere waren betroffen. Selbst die Pilotenstreiks aus den Jahren 2001 und 2010 hatten nicht eine derart durchschlagende Wirkung. Noch bis Donnerstag werden vereinzelt Flüge der Lufthansa ausfallen.

Ufo fordert eine Lohnsteigerung von fünf Prozent, bessere Einstiegsgehälter und eine deutliche Gewinnbeteiligung. Die Fluggesellschaft bietet Entgelterhöhungen von 3,5 Prozent an, den Verzicht auf Leiharbeit, auf betriebsbedingte Kündigungen und auf befristete Verträge.

Die Lufthansa will ihre Personalkosten drücken. Deren Anteil an den Gesamtausgaben ist mit 22 Prozent höher als bei der Konkurrenz. Der Konzern will, dass das Bordpersonal mehr Flüge absolviert; die oberen Gehaltsstufen sollten abgesenkt werden, die Sondervergütung für Überstunden gesenkt. Neueingestellte Beschäftigte sollten weniger verdienen.

Ufo vertritt gegenüber den Fluglinien rund 36.000 Beschäftigte. Allein bei der Lufthansa arbeiten 19.000 Stewardessen und Stewards. Schätzungen zufolge sind zwei Drittel von ihnen bei der Gewerkschaft Ufo registriert.



insgesamt 10 Beiträge
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prince62 07.09.2012
1.
Tja, Ihr Herren Super-Super-Top-Top-Manager aus der Chefetage einschließlich des altersstarrsinnigen Herrn Weber vm Aufsichtsrat, gegen die geballte Macht der Werktätigen war noch nie ein Kraut gewachsen, daß man Herrn Bsirske in den Aufsichtsrat geholt hat um ihn mit den Planungen für seine 1. Klasse Flüge zu beschäftigen und ruhig zu halten, hat ja jahrelang geklappt, nur haben dann irgendwann auch mal die Arbeitnehmer die Schnauze voll, von den großen Gewerkschaften verraten und verkauft zu werden und schaffen sich neue Vertretungen, erst die GdL, jetzt UFO, dagegen sehen die Gewerkschaften des letzten Jahrhunderts wirklich alt und grau aus. Sollte die UFO wirklich ihre Forderungen durchsetzen, wäre es ein gewaltiger Schlag in die selbstgerechte Fresse des angeblichen Gewerkschafters Bsirske und seiner Verdi.
erlachma 07.09.2012
2.
Zitat von sysopDPAEs ist ein erster Erfolg der Flugbegleitergewerkschaft Ufo: Die Lufthansa will allen Leiharbeitern am Standort Berlin eine Festanstellung anbieten. Das Angebot erhöht die Chancen für eine Lösung in dem Tarifkampf. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,854593,00.html
Der Artikel scheint mir etwas unvollständig zu sein, denn er erklärt nichts. Zum Beispiel nicht, dass die angebotenen 3,5% der Lufthansa über 4 Jahre gelten sollen (also einen Reallohnverlust von ca. 5% bedeuten über die Laufzeit), während UFO 5% mehr für ein Jahr fordert, nachdem es zuletzt Nullrunden gegeben hatte. Wenn man die Laufzeiten nicht erwähnt, suggeriert man dem Leser nämlich den Gedanken, dass die UFO wegen lächerlicher 1,5% Differenz streiken würde. Auch das "Verzicht auf Leiharbeit" ist verwirrend, heißt es doch im Artikel, das gelte nur für die Leiharbeitsfirma der Lufthansa in Berlin. Was ist mit den anderen Standorten?
gerdamiddelschinken 07.09.2012
3. Mitarbeiter = Kostenfaktor?
endlich merken auch mal die hochbezahlten manager, das Mitarbeiter eben nicht nur Kostenfaktoren sind. Das Beispiel der Flugbegleiter zeigt deuntlich: OHNE MITARBEITER LÄUFT GAR NICHTS! Und diese Tasache läßt sich auch nicht umstoßen, egal wie man zum Streik oder den Streikgründen steht. Bei den Flugbegleitern kommt allerdings noch hinzu, das sie nicht gegen, sondern für die LH streiken. Sie wollen verhindern, das die ohnehin angeschlagene Airline nicht noch weiter den Bach runtergeht. Deine Premiumarline kann nur bleiben oder wieder werden, wenn das Managment ausgewechselt wird. Am besten durch LH-interne Manager, die auch verstehen, was im Airlinegeschäft und im speziellen ber der LH abgeht.
Sergeij 07.09.2012
4. Die LH liegt im Mittelfeld, ...
... was die Personalkosten der europäischen Airlines betrifft: > Flugbegleiter in Singapur, London und Paris: Drei Frisuren zur Wahl, Abfindung für Schwangere - Menschen & Wirtschaft - FAZ (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/menschen-wirtschaft/flugbegleiter-in-singapur-london-und-paris-drei-frisuren-zur-wahl-abfindung-fuer-schwangere-11878950.html) cu/ Sergeij
Overseasreader 07.09.2012
5. Da bin ich aber ganz
Zitat von Sergeij... was die Personalkosten der europäischen Airlines betrifft: > Flugbegleiter in Singapur, London und Paris: Drei Frisuren zur Wahl, Abfindung für Schwangere - Menschen & Wirtschaft - FAZ (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/menschen-wirtschaft/flugbegleiter-in-singapur-london-und-paris-drei-frisuren-zur-wahl-abfindung-fuer-schwangere-11878950.html) cu/ Sergeij
anderer Meinung Lesen Sie doch einmal diesen Artikel Streik bei der Lufthansa: Aufstand der Gutverdiener: So viel zahlt die Lufthansa ihren Flugbegleitern - Arbeitsmarkt - FOCUS Online - Nachrichten (http://www.focus.de/finanzen/news/arbeitsmarkt/streik-bei-der-lufthansa-aufstand-der-gutverdiener-so-gut-verdienen-lufthansa-flugbegleiter_aid_815288.html) Dann sehen Sie. wie ueberbezahlt die Flugbegleiter(innen) sind. Quelle: das Handelsblatt
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