Tarifstreit Länder-Angestellte bekommen mehr Geld

Der Tarifstreit im öffentlichen Dienst ist beigelegt. In einer Zwei-Stufen-Lösung sollen die Angestellten der Länder mehr Geld kriegen - auch rückwirkend.

Ver.di-Chef Frank Bsirske
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Ver.di-Chef Frank Bsirske


Die rund 2,2 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder bekommen ab diesem Jahr zwei Prozent mehr Gehalt, rückwirkend zum 1. Januar. Das teilte der niedersächsische Finanzminister und Verhandlungsführer der Länder, Peter-Jürgen Schneider (SPD), am Freitag in Potsdam mit. Neue Streiks in Schulen und Kitas sind damit abgewendet.

2018 werde es eine weitere Steigerung um 2,35 Prozent, mindestens aber um 75 Euro geben. Das Ergebnis sei für die Länder "erträglich", sagte Schneider. Er bezifferte die Kosten für die Besserstellung der rund eine Million Länder-Angestellten auf 870 Millionen Euro 2017 und 1,9 Milliarden Euro 2018.

Gehälter von Auszubildenden steigen

Der Ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske sprach nach Abschluss der dritten Verhandlungsrunde von einem umfassenden Gesamtpaket. "Die soziale Balance in diesem Ergebnis stimmt", sagte er. Es sei gelungen, die Bezahlungen im Sozial- und Erziehungsdienst zu verbessern und Akzente zugunsten der Auszubildenden und jüngeren Beschäftigten zu setzen.

Die Gehälter von Auszubildenden sollen nach Bsirskes Worten in zwei Schritten um insgesamt 70 Euro steigen. Azubis dürfen künftig 29 Tage im Jahr Urlaub nehmen.

Die Tarifparteien verabredeten außerdem, bald eine neue Entgeltordnung auszuhandeln, von der insbesondere die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst und im Pflegebereich profitieren sollen. Bis zu einer Einigung, die laut Ver.di in der Tarifrunde 2019 angestrebt werde, erhielten Sozialarbeiter je nach Eingruppierung 50 bis 100 Euro mehr pro Monat, Erzieherinnen und Kita-Leitungen 80 Euro.

Ver.di-Mitglieder müssen noch zustimmen

Die Ver.di-Bundestarifkommission hat das Verhandlungsergebnis bereits abgesegnet: Demnächst folgt eine Mitgliederbefragung, die Kommission rät den Mitgliedern, die Einigung zu akzeptieren. Der Verhandlungsführer des Beamtenbundes dbb, Willi Russ, verlangte, dass das Ergebnis auf die 2,2 Millionen Beamten und Pensionäre von Ländern und Kommunen übertragen werden solle. Dies müsse nun noch verhandelt werden.

mja/dpa/Reuters



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