Tauziehen mit Thailand Prinzen-Jet bleibt doch am Boden

Ohne Bürgschaft kein Abflug: Das Landgericht Landshut geht nicht davon aus, dass der thailändische Kronprinz sein Flugzeug gegen 20 Millionen Euro auslöst. Die Maschine bleibt vorerst in München - und der Streit zwischen Thailand und Deutschland schwelt weiter.
Das Pfandsiegel am Prinzen-Jet: Maha Wadschiralongkorn ist wieder in Bangkok - ohne Boeing

Das Pfandsiegel am Prinzen-Jet: Maha Wadschiralongkorn ist wieder in Bangkok - ohne Boeing

Foto: Schneider Geiwitz & Partner/ dpa

München/Landshut - Der thailändische Kronprinz Maha Wadschiralongkorn wird wohl doch weiter auf sein gepfändetes Flugzeug verzichten müssen. Zwar könnte er den Jet zurückbekommen, doch dafür müsste er 20 Millionen Euro an Sicherheiten auf den Tisch legen. Das Landgericht Landshut rechnet nicht mit einer baldigen Zahlung: Derzeit sei davon auszugehen, dass die Bürgschaft nicht erbracht werde, sagte der Vizepräsident des Gerichts, Christoph Fellner.

Die Boeing 737 war vor zwei Wochen in einer Nacht- und Nebelaktion festgesetzt worden, um eine millionenschwere Forderung des insolventen Baukonzerns Walter Bau gegenüber Thailand einzutreiben. Nach Ansicht des thailändischen Staates gehört das Flugzeug jedoch zum Privatbesitz des Kronprinzen.

Außenminister Kasit Piromya war vor zehn Tagen persönlich nach Deutschland gereist, um den Jet zurückzuholen. Laut einem Bericht der "Bangkok Post" warnte er vor einer Belastung für die deutsch-thailändischen Beziehungen, sollte es kein zufriedenstellendes Ergebnis geben. Er sprach von einem "Riesenfehler" der deutschen Behörden.

Beim Auswärtigen Amt erreichte Piromya aber nichts. Der Fall liege in der Hand der unabhängigen deutschen Justiz, sagte Staatsministerin Cornelia Pieper, nachdem der Diplomat bei ihr vorstellig geworden war. In der vergangenen Woche hatte das Außenministerium in Bangkok mitgeteilt, dass Thailand die geforderte Sicherheitsleistung von 20 Millionen Euro nicht zahlen werde.

Der Prinz war wenige Tage nach der Aktion ohne seine Maschine nach Bangkok geflogen. Ob er nach München zurückkehrte, war unbekannt. Thailand hat strikte Gesetze gegen Majestätsbeleidigung. Deshalb gibt es abgesehen von offiziellen Palastverlautbarungen keine Berichterstattung über Aktivitäten der Mitglieder des Königshauses.

Die Anfänge des Rechtsstreits liegen 20 Jahre zurück. Damals hatte sich der 2001 mit der Walter Bau fusionierte Baukonzern Dywidag am Bau einer Autobahn in Bangkok beteiligt. Der Insolvenzverwalter des Baukonzerns, Werner Schneider, will mit der Pfändung des Flugzeugs Altschulden Thailands von mehr als 30 Millionen Euro eintreiben. Ein Schiedsgericht und die deutsche Justiz hätten die Rechtmäßigkeit der Forderung bestätigt, hieß es.

kra/dapd/dpa
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.