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Autobahnen Versicherer schlagen Großversuch zu Tempolimit vor

Die SPD will eine Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen festlegen, die Union lehnt das ab. Die Versicherungswirtschaft wirbt nun dafür, in einem Praxistest herauszufinden, ob es dadurch weniger Unfälle gibt.
A2 in Niedersachsen: Tempolimit zwischen 6.00 und 22.00 Uhr?

A2 in Niedersachsen: Tempolimit zwischen 6.00 und 22.00 Uhr?

Foto: Moritz Frankenberg / dpa

In der Debatte um ein generelles Tempolimit auf Autobahnen hat die Versicherungswirtschaft einen großangelegten Praxistest vorgeschlagen. Damit solle geklärt werden, ob eine Höchstgeschwindigkeit "wirklich zu einem deutlichen Mehr an Sicherheit führt und, wenn ja, wieviel", sagte der Leiter der Unfallforschung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Siegfried Brockmann, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Bisher seien die Wirkungen eines Tempolimits in Deutschland wissenschaftlich noch nicht umfassend untersucht worden, sagte der Experte. In der politischen Debatte suche sich jeder den Befund heraus, der gerade der eigenen Meinung entspreche.

Brockmann sagte, Autobahnen seien prinzipiell zum schnelleren Fahren gedacht. Vielleicht sei dies zu Tageszeiten mit geringem Verkehrsaufkommen auch weiterhin möglich. Eine Option sei es etwa, das Tempolimit auf die Zeit zwischen 6.00 und 22.00 Uhr zu beschränken.

Zuvor hatte bereits die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vorgeschlagen, durch ein unabhängiges Gutachten Klarheit über die Wirkung eines möglichen Tempolimits zu schaffen. "Die Bundesregierung sollte ein wissenschaftliches Gutachten in Auftrag geben, um valide Zahlen über den Nutzen eines Tempolimits zu bekommen", sagte GdP-Vizechef Michael Mertens dem "Handelsblatt" .

Die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD ist in der Frage eines Tempolimits auf Autobahnen uneins. Die Union ist dagegen, die Sozialdemokraten sind dafür und wollen im neuen Jahr mit dem Koalitionspartner darüber sprechen.

kko/AFP/dpa
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