Teures Gesundheitssystem Versicherten drohen höhere Pflegebeiträge

Weniger Netto vom Brutto: Versicherte müssen mit steigenden Beiträgen zur Pflegeversicherung rechnen. Gesundheitsminister Bahr will pflegende Angehörige unterstützen und Leistungen verbessern - das gebe es aber "nicht zum Nulltarif".

Altenpflege: Gesundheitsminister will private Pflege fördern
dapd

Altenpflege: Gesundheitsminister will private Pflege fördern


Berlin - Es ist eine heikle Aufgabe, die Daniel Bahr von seinem Vorgänger und Parteichef geerbt hat. Der Gesundheitsminister soll die Pflegeversicherung reformieren, die Ansprüche sind hoch: Familien sollen es künftig leichter haben, Angehörige zu Hause zu pflegen. Der Pflegeberuf soll attraktiver werden. Und auch die Leistungen für Demenzkranke sollen verbessert werden.

So schön das alles klingt: Die Reform dürfte teuer werden. Abgeordnete von Union und FDP rechnen mit vier bis sechs Milliarden Euro. Und zahlen dürften dies die Versicherten. Der Beitragssatz - derzeit bei 1,95 Prozent - könnte um bis zu 0,6 Prozentpunkte steigen. Eine Beitragserhöhung stünde aber im Gegensatz zum "Mehr Netto vom Brutto"-Wahlversprechen der Koalition.

Auch Bahr rechnet mit höheren Beiträgen zur Pflegeversicherung. Noch sei zwar nichts entschieden, doch gute Pflege gebe es "nicht zum Nulltarif", sagte der FDP-Minister der "Bild"-Zeitung. Er kündigte an, die Pflegeversicherung um "eine sogenannte kapitalgedeckte Säule" ergänzen zu wollen. Wie diese aussehen soll, ist unklar. Kritiker werfen der Regierung vor, durch die Pläne würden Risiken privatisiert und Kosten zu Lasten der Versicherten verlagert.

Um helfende Angehörige finanziell besserzustellen, müssten die Pflegestufen neu definiert werden. Statt der unzureichenden Minutenpflege und den genormten Waschzeiten müsste es angemessene Umschreibungen der Einschränkungen und entsprechenden Hilfsbedürfnissen der Betroffenen geben - nur so wäre ein seriöser Rückschluss auf die tatsächliche Leistung der Angehörigen möglich. Die Reform steht auch im Koalitionsvertrag, doch bislang hat sich die Bundesregierung auf keine konkreten Pläne geeinigt.

Bahr will nun im September Eckpunkte für die geplante Reform vorlegen, sagte er der "Bild"-Zeitung. Dabei wolle er stärker auf Eigenvorsorge setzen. "Jeder möchte so lange wie möglich zu Hause bleiben", so Bahr. "Wir brauchen mehr ambulante Pflege statt teurer Heimpflege. So sparen wir auch Kosten."

cte/AFP/Reuters



insgesamt 77 Beiträge
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oldsiggi 22.08.2011
1. Das wahre Gesicht der FDP
Wieder einmal zeigt sich das wahre Gesicht der FDP: Vor der Wahl Steuergeschenke versprechen - und danach kassieren. Wann endlich merkt die Partei, dass sie am Ende ist ..?!
hartsch 22.08.2011
2. jagt sie zum Teufel!
Zitat von sysopWeniger Netto vom Brutto: Versicherte müssen mit steigenden Beiträgen zur Pflegeversicherung rechnen. Gesundheitsminister Bahr will pflegende Angehörige unterstützen und Leistungen verbessern - das gebe es aber "nicht zu Nulltarif". http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,781522,00.html
Aber Milliarden für Pleitestaaten und Banken, die gibt es selbstverständlich zum Nulltarif!
otto huebner 22.08.2011
3. statt steuergelder .............
Zitat von sysopWeniger Netto vom Brutto: Versicherte müssen mit steigenden Beiträgen zur Pflegeversicherung rechnen. Gesundheitsminister Bahr will pflegende Angehörige unterstützen und Leistungen verbessern - das gebe es aber "nicht zu Nulltarif". http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,781522,00.html
in den piigs-staaten zu versenken koennte man doch deutsche steuergelder mal ausnahmsweise fuer beduerftige deutsche verwenden.
paretooptimal 22.08.2011
4. Na prima!
Darauf wäre ich nicht gekommen, dass die Pflegeversicherung dadurch teurer wird. Ihr Ziel Herr Bahr ist doch das, dass Sie die Solidargemeinschaft abschaffen wollen. Der Arbeitgeberanteil wird eingefroren und die Erhöhungen tragen die Arbeitnehmer bzw. die Rentner. p
systemmirror 22.08.2011
5. Sinnvoller
wäre es die Familien wieder zu stärken. Wenn ein verblödeter Minister glaubt, daß mit meht Kitaplätzen und etwas Elterngeld hinzukriegen , beweißt das lediglich, daß er nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Schlimm genug, daß diese pervertierten Geister gar nicht mehr wissen, was Familie überhaupt bedeutet. Aber deswegen sind unsere Minister ja alle abgetaucht, um Kritik an ihrem verzapften Mist zu entgehen.
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