Symbolischer Sieg für Griechenland Die Troika heißt jetzt nicht mehr Troika

Es ist ein Erfolg für die neue Athener Regierung, wenn auch nur ein symbolischer: Die EU hat sich darauf verständigt, den verhassten Begriff Troika aus dem diplomatischen Sprachgebrauch zu verbannen.
Demonstration in Athen: "Troika, fahr' zur Hölle"

Demonstration in Athen: "Troika, fahr' zur Hölle"

Foto: Milos Bicanski/ Getty Images

Berlin - Die "Troika" heißt jetzt "Die Institutionen". Der bei den Griechen seit Jahren verhasste Begriff "Troika" für die Kontrolleure der internationalen Geldgeber EU, EZB und IWF soll aus dem diplomatischen Sprachgebrauch verbannt werden. Das verkündete der Sprecher von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), Martin Jäger, an diesem Freitag in Berlin. Das neue Etikett ändere aber nichts am Prüfauftrag der "Troika".

In Brüsseler Diplomatenkreisen kursierte noch ein anderer, nicht ernst gemeinter Vorschlag: "Tifkat" für "The institutions formerly known as troika" (Die früher als Troika bekannten Institutionen) - in Anspielung auf frühere Namenswechsel des US-Sängers Prince. Bei der EU hieß es zur Debatte, man könne die "Troika"-Sensibilität der Griechen verstehen, das öffentliche "Tohuwabohu" sei nun aber leicht überzogen.

Am Freitag saßen in Brüssel erstmals seit Monaten wieder die Griechen mit Vertretern von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) zusammen. Die "Troika" überwacht die Umsetzung der Reformen beim Euro-Sorgenkind. Sie wurde für die Griechen zum Inbegriff der von ihnen als Schuldendiktat empfundenen Sparauflagen für die gewährten Milliardenhilfen. "Troika"-Mitglieder mussten bei ihren Athen-Besuchen teils mit Leibwächtern geschützt werden.

ssu/dpa-AFX
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