Plus 0,5 Prozent Britische Wirtschaft wächst stärker als erwartet

Mit einem Plus von 0,5 Prozent ist die britische Wirtschaft zu Jahresbeginn so stark gewachsen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Trotz Brexit-Unsicherheit fuhren die Firmen ihre Produktion stark nach oben.
Menschen in der Londoner Innenstadt;

Menschen in der Londoner Innenstadt;

Foto: TOLGA AKMEN/ AFP

Auf ein Minus im Dezember folgte zu Jahresbeginn wieder ein Wachstum: Nach einem Rückgang von 0,4 Prozent hat das Bruttoinlandsprodukt in Großbritannien im Januar um 0,5 Prozent zugelegt und damit so stark wie seit gut zwei Jahren nicht mehr. Das geht aus den Daten des Statistikamts ONS hervor. Analysten hatten im Schnitt lediglich einen Anstieg um 0,2 Prozent erwartet.

Trotz der unerwartet besseren Entwicklung steuert die britische Wirtschaft 2019 auf das langsamste Wachstum seit rund zehn Jahren zu. Grund ist vor allem die Unsicherheit wegen des geplanten EU-Austritts der Briten zum 29. März. Die Zeit für Premierministerin Theresa May, einen geregelten Brexit sicherzustellen, wird immer knapper. In der Nacht auf Dienstag hat sich die britische Regierungschefin mit der EU auf Zusätze zum Brexit-Abkommen geeinigt. Dabei geht es um Zusicherungen zur strittigen Regelung für die Nordirland-Grenze. Ob damit das Unterhaus in London dem von May und der EU ausgehandelten Austrittsvertrag zustimmt, ist jedoch weiter offen.

Trotz der politischen Unsicherheit haben die Firmen in Großbritannien ihre Produktion überraschend kräftig hochgefahren. Im Januar erhöhte sich der Ausstoß im Produzierenden Gewerbe um 0,6 Prozent zum Vormonat, wie aus den Daten des Statistikamts ONS hervorgeht. Ökonomen hatten hier nur mit plus 0,2 Prozent gerechnet. Allein in der Industrie ging es um 0,8 Prozent nach oben und damit erstmals seit sieben Monaten.

Nimmt man jedoch die Daten von November bis Januar zusammen, ergibt sich ein Minus von 0,7 Prozent. "In den vergangenen drei Monaten blieb das Wachstum schwach", sagte ONS-Experte Rob Kent-Smith auch mit Blick auf die gesamte britische Wirtschaft.

mmq/Reuters/dpa
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