Trotz Reformen Experten warnen vor enormen Risiken auf den Finanzmärkten

Die Weltwirtschaft erholt sich, für Banken gelten strengere Regeln - doch laut Internationalem Währungsfonds reicht das alles nicht. Für die Experten ist das Finanzsystem "die Achillesferse des Aufschwungs". Um Finanzkrisen künftig zu vermeiden, müsse mehr getan werden.

Kanzlerin Merkel und IWF-Chef Strauss-Kahn: "Es muss mehr getan werden"
dpa

Kanzlerin Merkel und IWF-Chef Strauss-Kahn: "Es muss mehr getan werden"


Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) zeigt sich unzufrieden: Im Weltfinanzsystem gebe es weiterhin "erhebliche Risiken", heißt es in einem Bericht zur Stabilität der Finanzmärkte. Die Schuldenkrise in einigen europäischen Ländern habe sogar eher einen Rückschritt gebracht. Risiken bestünden insbesondere, weil die Konjunktur derzeit "sehr schnell von einer guten Entwicklung in den Krisenmodus umspringen kann".

Das Fazit: "Das globale Finanzsystem befindet sich weiterhin in einer Phase der Unsicherheit und bleibt die Achillesferse des wirtschaftlichen Aufschwungs." Die Kosten der Finanzkrise betragen laut IWF 2,2 Billionen Dollar - das ist deutlich weniger als die Schätzung von vor einem Jahr, als der IWF noch von Kosten von 2,8 Billionen Dollar ausging.

In seinem Basis-Szenario geht der IWF von einer schrittweisen Verbesserung der weltweiten Finanzstabilität aus. Damit seien aber weiterhin hohe Risiken verbunden. Ohne weitere Sicherheitspuffer in den Bankenbilanzen bleibe das Bankensystem anfällig für jede Art von Vertrauensschocks.

"Es muss mehr getan werden"

Besonderes Augenmerk richteten die Marktteilnehmer auch weiterhin auf die Risiken der Staaten - besonders auf die Entwicklung der Staatsschulden und der Konjunktur. Das Euro-Rettungspaket habe dazu beigetragen, die Märkte wieder etwas zu stabilisieren. Dennoch seien die Staaten angehalten, mehr für die Finanzstabilität zu tun. "Erforderlich sind weitere regulatorische Reformen und mehr Klarheit über Maßnahmen, die zur Vermeidung künftiger Finanzkrisen nötig sind", mahnen die IWF-Experten.

Auch bei den Banken sei man trotz Basel-III-Verabredungen noch nicht am Ende angekommen. "Es muss mehr getan werden", heißt es in dem IWF-Bericht. Es gehe um eine umfassende Reformagenda für den Finanzsektor.

Zur Vorsicht rät der IWF beim Ausstieg der Länder aus den Konjunturprogrammen. Dies solle vom jeweiligen Grad der Wirtschaftserholung abhängig gemacht werden.

cte/Reuters/dpa/AFP

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
Baracke Osama, 05.10.2010
1. --
Zitat von sysopDie Weltwirtschaft erholt sich, für Banken gelten strengere Regeln - doch laut Internationalem Währungsfonds reicht das alles*nicht. Für die Experten*ist das Finanzsystem*"die Achillesferse des Aufschwungs". Um*Finanzkrisen künftig zu vermeiden, müsse mehr getan werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,721393,00.html
Nach Ansicht des IWF wurde noch nicht genug für die Versklavung der EU-Völker und anderen getan. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Mit Hilfe von "strengeren Regeln" kann man die Völker noch etwas mehr in Richtung Totalbankrott lenken. Unruhen brechen aus. Eine Weltregierung kommt ins Spiel und fungiert als Problemlöser (in Wirklichkeit faschistisches Regime). Dann wäre das Ziel (aus der Sicht der "Planer") erreicht.
frubi 05.10.2010
2. .
Zitat von sysopDie Weltwirtschaft erholt sich, für Banken gelten strengere Regeln - doch laut Internationalem Währungsfonds reicht das alles*nicht. Für die Experten*ist das Finanzsystem*"die Achillesferse des Aufschwungs". Um*Finanzkrisen künftig zu vermeiden, müsse mehr getan werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,721393,00.html
Reformen? Wo? Es wurde doch so gut wie gar nichts unternommen um diese massive Eskalation der Geldtransaktionen einzudämmen. Das was 2008 und 2009 passiert ist sieht doch in den Augen der Bankster aus wie ein gelungener Testversuch, um die Staaten auch in Zukunft zu erpressen. Es wird so kommen. Die gönnen sich eine kleine Verschnaufpause und irgendwann fahren die das System wieder gegen die Wand, nachdem die sich wieder jahrelange "Erfolgsboni" eingesteckt haben. Von mir aus könnte man das alles aus Europa verbannen. Normaler Aktienhandel: Ok. Das System ist nachvollziehbar aber alle anderen exotischen Finanzmittel, mit denen wenig Leute innerhalb von kurzer Zeit unverhältnissmäßig viel Geld verdienen können, müssen abgeschafft werden.
sappelkopp 05.10.2010
3. Vielleicht...
...bekomme ich ja nicht alles mit, aber von welchen Reformen ist eigentlich die Regel. Das Casino hat doch schon lange wieder geöffnet und der Steuerzahler zahlt weiter die Zeche.
sponwurm 05.10.2010
4. Gottgewollte Globalisierung?
Zitat von sappelkopp...bekomme ich ja nicht alles mit, aber von welchen Reformen ist eigentlich die Regel. Das Casino hat doch schon lange wieder geöffnet und der Steuerzahler zahlt weiter die Zeche.
Neben den zweifellos gigantischen Rettungsgarantien ist eine noch gigantischere Ankündigungs-Maschinerie in Gang gesetzt worden. Wir sind jetzt nahezu zwei Jahre nach dem Zeitpunkt, seit dem die Auswirkungen auf die eigene Wirtschaft nicht mehr weggeleugnet werden konnten, und quantitativ wie qualitativ ist so gut wie nichts geschehen. Noch immer gibt es eine radikale Marktgläubigkeit, und deren Protagonisten, die für gut ein Jahr wohltuend geschwiegen hatten, bestimmen schon wieder den wirtschaftpolitischen Diskurs. Mit geheucheltem Bedauern verweisen sie aufs Globale, so als ob die Globalisierung wie Gottes bzw. Allahs Wille über die Menschheit hereingebrochen sei. Wenn es nicht so fürchterlich populistisch und unpolitisch wäre, Radikales gegen Globales zu setzen, wäre man im großen Monopoly geneigt zu fordern: Gebt den Politikern die Bahnhöfe und den Menschen die Banken!
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