Angriffe in Saudi-Arabien Trump genehmigt Freigabe von Öl aus US-Reserven

Wegen der Attacken auf Ölanlagen in Saudi-Arabien drohen steigende Preise. Jetzt will Donald Trump gegensteuern. Der Präsident erlaubte den Zugriff auf die US-Rohstoffreserven, sollten Engpässe entstehen.

Donald Trump (am 12. September): Banger Blick auf die Reaktion der Märkte
Leah Millis/ REUTERS

Donald Trump (am 12. September): Banger Blick auf die Reaktion der Märkte


Nach den Drohnenangriffen auf zwei Ölanlagen in Saudi-Arabien hat US-Präsident Donald Trump die Freigabe von Öl aus den US-Reserven möglich gemacht. "Aufgrund des Angriffs auf Saudi-Arabien, der sich möglicherweise auf die Ölpreise auswirkt", habe er die Freigabe bei Bedarf aus der strategischen Reserve genehmigt, schrieb Trump am Sonntag im Onlinedienst Twitter. In welchem Umfang dies geschehen soll, müsse noch festgelegt werden. "Jede Menge Öl", fügte Trump in einem separaten Tweet noch hinzu.

Am Samstag waren zwei Anlagen des saudi-arabischen Staatskonzerns Aramco in Abkaik und Churais im Osten des Landes angegriffen worden. Zu den Attacken bekannten sich die jemenitischen Huthi-Rebellen, die von Saudi-Arbiens Erzfeind Iran unterstützt werden.

Rauch über attackierter Aramco-Anlage: Wie reagieren die Märkte?
Stringer/REUTERS

Rauch über attackierter Aramco-Anlage: Wie reagieren die Märkte?

US-Außenminister Mike Pompeo schrieb hingegen auf Twitter, es gebe "keinen Beweis, dass die Angriffe aus dem Jemen kamen". Iran müsse für seine "Aggressionen zur Rechenschaft gezogen werden". Die Regierung in Washington werde zusammen mit ihren Verbündeten dafür sorgen, dass die weltweite Energieversorgung sichergestellt sei.

Die Angriffe führten zu einem Einbruch der Ölproduktion in Saudi-Arabien um die Hälfte. An den Märkten ist Öl ist nach den Angriffen bereits deutlich teurer geworden. Bei der Markteröffnung am Sonntag sprang der Preis für die Nordsee-Sorte Brent um mehr als 19 Prozent auf 71,95 Dollar je Barrel (1 Barrel = 159 Liter). Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl kletterte um mehr als 15 Prozent auf 63,34 Dollar.

Gewaltige Reserven dürften Engpässe ausgleichen

Nach saudi-arabischen Angaben fällt bis auf Weiteres die Produktion von 5,7 Millionen Barrel Öl pro Tag aus - das entspricht fünf Prozent der weltweiten Produktion. Einem Insider zufolge dürfte es "eher Wochen als Tage" dauern, bis die volle Kapazität wieder erreicht wird. Gleichwohl werde angesichts der hohen Lagerbestände Saudi Arabiens damit gerechnet, dass die Exporte wie üblich weiterliefen.

Das saudi-arabische Energieministerium sprach am Wochenende von einem vorübergehenden Effekt, der zudem durch die Einspeisung vorhandener Ölreserven in den Markt teilweise kompensiert werde.

jok/dpa/Reuters



insgesamt 2 Beiträge
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thinking_about 16.09.2019
1. Nur Ruhe behalten
Der Preis stieg zwar bei Eröffnung um knapp 20%, derzeit um 3 Uhr sind es nur noch 12% für Brent. Das waren zunächst nur Eindeckungen am Spot Markt, denn es sprach zuvor nichts für steigende Preise, man sprach sogar von einer Bullenfalle. Was besseres hätte den Zockern, die zuvor Long waren, ja nicht passieren können und außerdem will Trump ja seine Reserven öffnen, mit viel Öl, wie er sagte. Brent Öl, das für uns relevant ist, hat einfach den Sprung mitgemacht, obwohl nicht betroffen. Die Gewinner dieses Szenarios sollte man mal ausfindig machen
frenchie3 16.09.2019
2. @1 Sie müssen nicht lange suchen
Die Gewinner stehen in Großbuchstaben auf den Zapfsäulen. Bisher war noch jeder Grund ein Grund zur Preiserhöhung. Es kann mir niemand erzählen daß ein ab heute erhöhter Förderpreis sich auf die bereits verschifften und gelieferten Mengen auswirkt. Aber trotzdem erhöhen ist immer gut
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