Oppositionssieg in der Türkei Aktienkurse steigen nach Istanbuler Bürgermeisterwahl

Der türkische Aktienmarkt hat positiv auf die Wahl des Oppositionspolitiker Ekrem Imamoglu zum Istanbuler Bürgermeister reagiert. Sein Sieg gilt als Hoffnungssymbol, dass demokratischer Wandel möglich ist.

Hagia Sophia in Istanbul
Marius Becker/dpa

Hagia Sophia in Istanbul


Anleger haben nach der wiederholten Bürgermeisterwahl in Istanbul wieder vermehrt türkische Wertpapiere gekauft. Der Leitindex der Aktienbörse stieg um bis zu 2,3 Prozent. Auch die Währung des Landes war gefragt.

Im Gegenzug verbilligten sich Dollar und Euro um jeweils gut zwei Prozent auf 5,7 beziehungsweise 6,5 Lira. Auch davon profitierte im Index ISE 100 etwa die Bank Akbank, die um mehr als vier Prozent zulegen konnte.

Der Oppositionskandidat Ekrem Imamoglu von der CHP-Partei hatte bei der Istanbuler Wahl mit klarem Vorsprung vor seinem Kontrahenten von der AKP gewonnen. Die Partei des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan hatte zuvor das knappe Ergebnis der ursprünglichen Wahl im März angezweifelt und eine Wiederholung durchgesetzt.

Erleichterung über Ergebnis

Als Grund für die Erholung der türkischen Börse werde meist die Erleichterung genannt, dass die demokratischen Prozesse in dem Land noch funktionierten, schrieben die Analysten der BayernLB.

Ein anderer Börsianer verwies auf den Streit des Nato-Mitglieds Türkei mit den USA wegen des umstrittenen Kaufs russischer Flugabwehr-Systeme und warnte, drohende US-Sanktionen könnten die Kurse schnell wieder sinken lassen. Die USA befürchten, dass das Radar des Flugabwehr-Systems S-400 auf Kampfjets vom Typ F-35 eingestellt sein könnte - und diese US-Maschinen so künftig ein leichteres Ziel für russische Waffen werden könnten.

apr/Reuters/dpa



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