Liste mit 68 Namen Türkei beschuldigt Daimler und BASF als Terrorhelfer

Auf der Liste stehen eine Dönerbude in NRW, aber auch Daimler und BASF: Die Türkei hat dem Bundeskriminalamt laut "Zeit" Dutzende angebliche Terrorhelfer in Deutschland genannt.

Türkischer Präsident Recep Tayyip Erdogan
KOPATSCH/ EPA/ REX/ Shutterstock

Türkischer Präsident Recep Tayyip Erdogan


Deutsche Behörden haben von der türkischen Regierung erneut eine Liste mit angeblichen Terrorunterstützern erhalten. Auf ihr befinden sich erstmals auch deutsche Firmen, darunter die beiden Großkonzerne Daimler Chart zeigen und BASF Chart zeigen, berichtet die "Zeit". Die Liste mit 68 Namen von Unternehmen und Einzelpersonen wurde demnach bereits vor Wochen dem Bundeskriminalamt (BKA) übergeben. Außer den Großkonzernen stehen auch ein Spätkauf-Imbiss sowie eine Dönerbude in Nordrhein-Westfalen auf der Liste.

Den Unternehmen wird vorgeworfen, Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fethullah Gülen zu haben, die in der Türkei als Terrororganisation verfolgt wird. Damit weitet die Türkei ihre Vorwürfe aus und verschärft im deutsch-türkischen Verhältnis erneut den Ton.

Derzeit sorgt die Untersuchungshaft des Berliner Menschenrechtlers Peter Steudtner für besonders große diplomatische Spannungen, er war Anfang Juli mit fünf weiteren Aktivisten auf einer Konferenz in Istanbul festgenommen worden. Außenminister Sigmar Gabriel hat deshalb seinen Urlaub unterbrochen, am Vormittag wurde der türkische Botschafter ins Auswärtige Amt zitiert.

Die Liste mit den 68 Namen wird laut "Zeit" in Berliner Regierungskreisen als "absurd" und "lächerlich" bezeichnet. Das BKA hat die türkischen Behörden um weiterführende Informationen gebeten, bislang aber keine Antwort erhalten. Für die Unternehmen kann die Erwähnung auf einer schwarzen Liste trotz dünner Beweislage unangenehme Folgen haben, etwa weil Kunden sie boykottieren könnten.



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