Syrer in der Türkei Modekonzerne lassen Flüchtlinge schuften

Syrische Flüchtlinge müssen nach BBC-Recherchen in der Türkei arbeiten - oft ohne ausreichenden Schutz und bis zu zwölf Stunden am Tag. Sie produzieren Kleidung für Marken wie Zara und Mango.

Junger Syrer in der Türkei (Archivbild)
Getty Images

Junger Syrer in der Türkei (Archivbild)


In der Türkei werden einem Bericht des britischen Senders BBC zufolge syrische Flüchtlinge in Textilfabriken ausgebeutet. Sie arbeiten demnach zum Teil zwölf Stunden lang bei geringem Lohn und unter unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen.

Sie müssten Kleidung für Einzel- und Onlinehändler wie Marks & Spencer und Asos fertigen, hieß es in einem TV-Beitrag, der am Montagabend gesendet werden sollte. Der jüngste der Minderjährigen war 15 Jahre alt.

Aus den verdeckten Recherchen geht laut einem Vorabbericht im Internet auch hervor, wie Flüchtlinge Jeans der Marken Mango und Zara mithilfe von Chemikalien ohne ausreichenden Schutz bearbeiten.

Vertreter von Marks & Spencer (M&S), Asos und Mango zeigten sich besorgt über den Bericht. M&S und Mango erklärten, bei früheren Kontrollen sei kein Hinweis auf eine Beschäftigung von Flüchtlingen oder Kindern gefunden worden. Eine Asos-Sprecherin sagte, man werde erst nach der Ausstrahlung des Beitrags Stellung nehmen. Die Vorwürfe würden jedoch "unglaublich ernst" genommen.

Der Zara-Mutterkonzern Inditex erklärte, die Wäscherei, in der Flüchtlinge laut BBC-Beitrag ohne ausreichenden Schutz arbeiten, sei bereits vor den Filmaufnahmen von Inditex selbst überprüft worden. Daraufhin habe man "Verbesserungsmaßnahmen eingefordert, welche sich auf die gleichen Gesundheits- und Sicherheitsmängel beziehen, die auch von Panorama aufgedeckt wurden".

In der Türkei leben etwa drei Millionen syrische Flüchtlinge. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte im Juli Belege dafür veröffentlicht, dass geflohene syrische Kinder in der Türkei in Kleiderfabriken arbeiten mussten. Auch der SPIEGEL hatte im Juli über das Schicksal eines 13 Jahre alten syrischen Mädchens berichtet, das mit anderen Kindern in einer Nähfabrik arbeitete.

sun/dpa



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