Mutmaßliche Sabotage Gaspipeline in der Türkei durch Explosion beschädigt

In der Türkei ist nach Regierungsangaben ein Anschlag auf eine Gaspipeline aus Iran verübt worden, die Gaszufuhr sei gestoppt worden. Laut dem türkischen Energieminister Yildiz verursachte der nächtliche Angriff eine Explosion.

Türkischer Energieminister Taner Yildiz (Archivbild): Feuer an der Pipeline
DPA

Türkischer Energieminister Taner Yildiz (Archivbild): Feuer an der Pipeline


Eine Gaspipeline im Osten der Türkei ist durch eine Explosion beschädigt worden. Diese habe in der Nacht zum Dienstag ein Feuer an der Pipeline aus dem Nachbarland Iran ausgelöst, teilte der türkische Energieminister Taner Yildiz mit. Der Brand habe aber schnell gelöscht werden können.

Die Explosion in der Grenzprovinz Agri sei von einem Angriff auf die Pipeline auf türkischem Territorium verursacht worden, teilten Minister Yildiz und der staatliche Gaskonzern Botas mit. Nach einer Reparatur könne wieder Gas durch die Pipeline fließen, gab ein Sprecher des Unternehmens an - wann, sei noch unklar. Die Türkei habe kein zusätzliches Gas aus anderen Ländern angefragt, fügte er hinzu, es gebe auch keine Engpässe bei der Belieferung des Inlandsmarkts.

In türkischen Medienberichten war von Sabotage die Rede, für die die verbotene kurdische Arbeiterpartei (PKK) verantwortlich gemacht wurde. Zunächst bekannte sich jedoch niemand zu dem Vorfall. Die PKK hatte in den vergangenen Tagen mehrere Attentate auf Polizisten verübt.

Die Spannungen zwischen der türkischen Regierung und der PKK hatten sich zuletzt deutlich verschärft. Hintergrund ist ein Selbstmordanschlag auf prokurdische Freiwillige in der südlichen Grenzstadt Suruc, bei dem vor rund einer Woche 32 Menschen getötet worden waren. Für das Attentat wird die Extremistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) verantwortlich gemacht, doch geben viele Kurden der Regierung in Ankara eine Mitschuld. Sie werfen ihr vor, die IS-Aktivitäten zu lange geduldet zu haben.

bos/AFP/Reuters

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