Vor Kommunalwahlen Türkei bestraft Gemüsehändler für Wucherpreise

Gurken, Knoblauch, Kartoffeln: Wegen der starken Inflation sind Lebensmittel in der Türkei oft etwa 30 Prozent teurer als im Vorjahr. Einige Händler langen noch stärker zu. Das wollen Behörden nun per Bußgeld verhindern.

Markt in Istanbul
REUTERS

Markt in Istanbul


Die türkische Regierung geht mit Bußgeldbescheiden gegen überhöhte Gemüsepreise vor. Insgesamt sei gegen Händler Bußgeld in Höhe von zwei Millionen Türkische Lira (etwa 330.000 Euro) verhängt worden.

Die Zeitung "Hürriyet" berichtete, dass die Regierung wegen überhöhter Preise für Obst und Gemüse Kontrollen auf Märkten veranlasst habe. Man habe die Einkaufs- mit den Verkaufspreisen vergleichen lassen. Insgesamt 88 Firmen hätten ihre Produkte zu teuer verkauft, darunter Gurken, Knoblauch und Kartoffeln.

Preisaufschläge bis zu 800 Prozent

Der Streit über Gemüsepreise ist ein wichtiger Punkt im Wahlkampf. Die Türkei leidet unter einer hohen Teuerungsrate, und die schlechte wirtschaftliche Lage könnte die regierende AK-Partei von Präsident Recep Tayyip Erdogan bei der Kommunalwahl Stimmen kosten.

So kosteten Lebensmittel im Januar 2019 im Durchschnitt 30,97 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Bei einigen Gemüsesorten waren es bis zu 88 Prozent mehr. Bei ihren Markt-Stichproben wollen die Behördenvertreter laut "Hürriyet" allerdings Preisaufschläge von 100 bis 800 Prozent entdeckt haben.

Die Bußgeldbescheide sind eine Maßnahme im Kampf gegen den "Lebensmittel-Terror", wie Erdogan es jüngst genannt hatte. Experten halten die Krise für mehrheitlich hausgemacht - die Regierung sieht dagegen Händler oder "auswärtige Kräfte" in der Verantwortung.

Mitte Februar hatte die Regierung begonnen, in Ankara und Istanbul Gemüse zu Einkaufspreisen abzugeben. Erdogan kündigte an, die Aktion auszudehnen, sollten die Preise nicht fallen.

brt/dpa

insgesamt 11 Beiträge
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Harry1 21.02.2019
1. Qualvoll
Bei einem funktionnierenden Markt sind 800 % Preisaufschlag nicht möglich. In Erdoganistan läuft einiges schief.
Navygo 21.02.2019
2.
Kontrolliert werden die Gemüsehändler übrigens von den berüchtigten "Gurkentruppen"
danmage 21.02.2019
3. Terror
"Die Bußgeldbescheide sind eine Maßnahme im Kampf gegen den "Lebensmittel-Terror", ..." Jetzt werden Lebensmittelhändler schon als Terroristen bezeichnet. Irgendwann sitzt die Hälfte der Bevölkerung unter Erdogan als "Terroristen" hinter Gittern.
goldstein.84 21.02.2019
4. das Seltsame....
daran ist, das diese Wucher-Preise hauptsächlich durch Ausländische Investition(Supermärkte wie Migros, Real, Kippa usw.) angewendet werden gleiches gilt im Medikamenten Sektor wo Ausländische Firmen mit WUCHER-Preisen handeln.
telarien 21.02.2019
5. Genau
Das Ausland muss es gewesen sein. Auch, das wird jetzt wieder besser, der Billig-Deutsche kommt ja wieder zum Billig-Urlaub. Sollte er in einem türkischen Knast landen, bitte auch nur einen Billig-Anwalt schicken.
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