Türkei-Krise Scholz will Erdogan zu IWF-Programm überreden

Die Landeswährung verfällt, die Wirtschaft droht abzustürzen, doch die türkische Regierung lehnt ein Hilfsprogramm des Internationalen Währungsfonds ab. Jetzt schaltet sich die Bundesregierung ein.
Bundesfinanzminister Olaf Scholz

Bundesfinanzminister Olaf Scholz

Foto: Ralf Hirschberger/ dpa

Die Bundesregierung drängt die türkische Regierung, ein Hilfsprogramm des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu akzeptieren. Das Thema soll in einem Telefonat von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) mit seinem türkischen Amtskollegen Berat Albayrak am vergangenen Donnerstag eine Rolle gespielt haben.

Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, soll Scholz seinen Gesprächspartner demnach ermuntert haben, die ablehnende Haltung der Türkei zu überdenken. Albayrak kündigte Scholz gegenüber an, er werde in der kommenden Woche eine Tour durch die Golfstaaten unternehmen, um bei freundlich gesinnten Regierungen um finanzielle Hilfe zu werben. Zudem hoffe er, dass auch Russland bereit sei, der Türkei Geld anzubieten. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL .)

Berat Albayrak

Berat Albayrak

Foto: YASIN AKGUL/ AFP

Der IWF plädiert unterdessen für eine kräftige Zinsanhebung in der Türkei. Sie sei dringend erforderlich, nur so könne die Flucht aus der Lira gestoppt und die türkische Währung stabilisiert werden. Außerdem müsse die Regierung Einschnitte im Staatshaushalt vornehmen. IWF-Experten haben ausgerechnet, wie groß ein Hilfsprogramm für die Türkei ausfallen könnte. Demnach würde der IWF je nach Ausgestaltung zwischen 30 und 70 Milliarden Dollar bereitstellen.

Bis Ende des Jahres müssen Staat und private Gläubiger in der Türkei Verbindlichkeiten in Höhe von 230 Milliarden Euro umfinanzieren. Das ist mehr als ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts.

rei
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