Online-Firmen DGB warnt vor neuen Modellen der Ausbeutung

Die Taxi-App Uber oder Anbieter von Haushaltshilfen im Internet - der Deutsche Gewerkschaftsbund prangert im SPIEGEL neue Geschäftsmodelle an und bezeichnet sie als moderne Sklaverei.
Handy-Apps "Uber" und "Taxi Berlin": "Schnelles Geld verdienen"

Handy-Apps "Uber" und "Taxi Berlin": "Schnelles Geld verdienen"

Foto: Jˆrg Carstensen/ picture alliance / dpa

Berlin - Tauschen und Teilen ist das Prinzip der Share-Economy. Doch was sich gut anhört, könnte nach Ansicht des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Arbeitnehmerrechte gefährden. "Das sind nicht neue Modelle der Ökonomie, sondern neue Formen der Ausbeutung", sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann dem SPIEGEL. Bei vielen dieser Angebote, etwa der Nutzung von Privatwagen als Ersatz für das Taxi, gehe es eher darum, "dass vor allem die Vermittler dauerhaft schnelles Geld bei Umgehung aller Vorschriften verdienen".

Der DGB-Chef kritisierte heftig elektronische Angebote wie die umstrittene Taxi-App Uber oder Anbieter von Haushaltshilfen. Statt regulärer Jobs würden auf solchen Plattformen häufig neue Formen prekärer Solo-Selbstständigkeit entstehen. "Das ist doch moderne Sklaverei", sagte Hoffmann. "Die Politik muss dafür sorgen, dass Kündigungsschutz, Mindestlöhne, Arbeitsschutz und Arbeitszeitregeln auch für die neuen digitalen Angebote gelten."

Auch Brigitte Zypries (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, ist besorgt. "Im Silicon Valley herrscht eine Goldgräberstimmung, und die Share-Economy wird nur positiv gesehen. Die sozialen Folgen werden ausgeblendet", sagte Zypries im SPIEGEL. Am Ende dürften nicht Staat und Gesellschaft die Verlierer sein. Deshalb müsse die ordnungsgemäße Versteuerung der Einnahmen sichergestellt werden. "Und wir müssen dringend die Haftungs- beziehungsweise Versicherungsfragen klären", sagt Zypries.

Trotz der kontroversen Diskussion um die Internetplattformen versuchen auch klassische Konzerne Anschluss zu halten. So führt Volkswagen derzeit Gespräche mit dem deutschem Start-up-Unternehmen WunderCar über eine mögliche Beteiligung. Die Hamburger Firma bietet über eine App die Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten in Privatautos innerhalb der Stadt an.

yes
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.