Üppige Bargeldreserven US-Firmen horten Milliarden-Dollar-Schatz

Amerikas Wirtschaft kommt nicht in Gang, entsprechend vorsichtig agieren die Firmen bei Investitionen - und füllen stattdessen die eigenen Reserven auf. Laut einer Studie haben sich in den Kassen der US-Konzerne über 900 Milliarden Dollar angesammelt.
Wall Street in New York: US-Firmen warten auf den Aufschwung

Wall Street in New York: US-Firmen warten auf den Aufschwung

Foto: Frank Franklin II/ AP

Amerikas Konzerne sitzen offenbar auf satten Bargeldreserven: Laut einer Studie von Moody's Investors Service horteten die Firmen Mitte 2010 943 Milliarden Dollar, Unternehmen aus der Finanzbranche sind darin nicht eingerechnet. Ende 2008 hatte der Bargeldbestand noch 775 Milliarden Dollar betragen.

Das Geld werde angesichts der unklaren Entwicklung der Konjunktur aktuell kaum in den Geschäftsaufbau oder für Neueinstellungen ausgegeben, erklärte Moody's Investors Service. Sollte sich die Wirtschaft stabilisieren, würden die Firmen ihre Bestände aber wieder aktivieren und dabei auch in Programme für den Aktienrückkauf und in Zukäufe investieren.

Derzeit würden 346 Milliarden Dollar oder rund 37 Prozent der Bargeldbestände allein auf 20 Firmen entfallen. Dabei sitze der Technologiekonzern Cisco Systems   mit knapp 40 Milliarden Dollar auf dem höchsten Geldberg, gefolgt von Microsoft   mit knapp 37, Google   mit 30, Oracle   mit 23 und Ford   mit 22 Milliarden Dollar. Unterteilt nach Branchen lägen 207 Milliarden Dollar bei Technologie-, 124 Milliarden bei Pharma- und 105 Milliarden bei Energie-Unternehmen.

Die Verfasser der Studie gehen davon aus, dass die Unternehmen erst noch größere Sicherheit für die weitere Entwicklung der Wirtschaft haben wollten. So würden sie auf Anzeichen für dauerhafte Umsatzzuwächse warten.

Echter Aufschwung erst 2011

Doch noch kommt Amerikas Konjunktur nicht auf die Sprünge. Erst im nächsten Jahr könnte die bislang langsame Erholung endlich an Fahrt gewinnen. Angesichts der Schwäche pumpt die US-Notenbank Federal Reserve unvermindert Geld in die Wirtschaft. Seit Dezember 2008 sind inzwischen mehr als 1,7 Billionen Dollar geflossen. Experten rechnen damit, dass die Währungshüter bis zum Jahresende weitere Anleihen im Wert von mindestens 500 Milliarden Dollar kaufen.

Einen spürbaren Schub für die Konjunktur hat die Geldschwemme bislang allerdings nicht bewirkt, wie die in dieser Woche veröffentlichten Konjunkturdaten zeigen. Danach sind zum Beispiel die Hauspreise in den 20 größten Ballungsgebieten der USA im August weiter gesunken. Die Zahl der Hausverkäufe liege auf historisch niedrigem Niveau, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie der Landesbank Hessen-Thüringen.

Auch die Stimmung der privaten Haushalte ist nach Einschätzung der DekaBank weiterhin von einem "grundsätzlichen Pessimismus" geprägt. Zwar entwickele sich die US-Wirtschaft insgesamt nicht schlecht, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse. Die Situation am Arbeitsmarkt ist aber auch nach fünf Quartalen Aufschwung immer noch enttäuschend.

mik/Reuters/dpa-AFX
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