Hilfe gegen Hunger G7 vereinbaren Bündnis gegen Russlands »Kornkrieg«

Viele Staaten in Afrika und im Nahen Osten sind abhängig von günstigem Getreide aus der Ukraine. Wegen russischer Handelsblockaden im Krieg drohen Hungersnöte. Die G7-Staaten wollen das verhindern.
Weizenernte: »Putin setzt Hunger gezielt als Waffe ein«

Weizenernte: »Putin setzt Hunger gezielt als Waffe ein«

Foto: Bernd Wüstneck / dpa

Um die globale Ernährungssicherheit zu ermöglichen, haben die Entwicklungsminister der G7-Staaten ein Bündnis vereinbart. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Insider nach einem Treffen der Minister und Ministerinnen in Berlin. Das Bündnis soll sowohl die Finanzierung als auch die Kooperation der Staaten in der Versorgung der Weltbevölkerung organisieren. Diese ist, auch wegen des anhaltenden Krieges, den Russlands gegen die Ukraine führt, gefährdet.

Die Ukraine gilt als Kornkammer Europas. Viele Länder, darunter auch Staaten in Afrika und Asien, sind auf günstige Importe aus der Ukraine angewiesen. Russland jedoch blockiert Schiffslieferungen mit Weizen aus dem Land. Verschärft wird diese Dynamik durch Indiens Weizen-Exportstopp. Zuletzt stieg der Preis für Weizen auf ein Rekordhoch.

»Die schrecklichen Folgen von Russlands Angriffskrieg gehen weit über die Ukraine hinaus«, sagte Entwicklungsministerin und Gastgeberin Svenja Schulze (SPD) im Vorfeld der Vereinbarung über das Bündnis. »Es drohen Hungersnöte, weil Putin den Hunger gezielt als Waffe einsetzt.« Auch Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) warf Russland vor, mit dem »Kornkrieg« eine »globale Nahrungsmittelkrise« anzufachen.

Das Bündnis für Ernährungssicherheit hatte Schulze gemeinsam mit dem Weltbankdirektor David Malpass im April vorgeschlagen. Zu Jahresbeginn hatte Deutschland die einjährige Präsidentschaft der G7 von Großbritannien übernommen.

Das Ernährungsbündnis unter Führung der westlichen Staaten gilt auch als eine Reaktion auf ein diplomatisches Vakuum. Eigentlich hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ein globales Mandat für Ernährung und Landwirtschaft, sie wird aber von einem Vertreter Chinas geführt. China positioniert sich in Russlands Angriffskrieg nicht auf der Seite der Ukraine.

jlk/dpa