Hilfskredite IWF bewilligt 17,5 Milliarden für Ukraine

Die Ukraine bekommt im Kampf gegen die Staatspleite Unterstützung vom Internationalen Währungsfonds. Dieser billigte Kredite in Höhe von 17,5 Milliarden Dollar.
IWF-Chefin Lagarde: Schulden der Ukraine tragfähig machen

IWF-Chefin Lagarde: Schulden der Ukraine tragfähig machen

Foto: © Joshua Roberts / Reuters/ REUTERS

Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat den Weg für neue Milliardenhilfen für die Ukraine frei gemacht. Der IWF-Verwaltungsrat billigte am Mittwoch Hilfskredite in Höhe von 17,5 Milliarden Dollar, teilte die Chefin des Währungsfonds, Christine Lagarde, mit. Das Vierjahresprogramm werde dabei helfen, die wirtschaftliche Lage in der Ukraine umgehend zu stabilisieren.

Zugleich würden weitreichende Reformen zur Wiederherstellung eines robusten Wachstums und zur Verbesserung der Lebensbedingungen der ukrainischen Bevölkerung auf den Weg gebracht. Das vereinbarte Hilfsprogramm sei ambitioniert, sagte Lagarde. Es sei mit vielen Risiken behaftet, doch gebe es genügend Erfolgsaussichten. Das neue Kreditprogramm tritt an die Stelle eines kurzfristigen Hilfspakets, das im vergangenen Jahr vereinbart worden war.

Insgesamt strebt die internationale Staatengemeinschaft ein Hilfspaket von gut 40 Milliarden Dollar an. Die neue IWF-Hilfe soll Teil dieses Programms sein. Auch die einzelnen G7-Länder sowie die Gläubiger der Ukraine sollen dazu beitragen.

Lagarde sagte, die ukrainische Regierung stehe vor Gesprächen mit Besitzern von Staatsanleihen. Es gehe darum, die Schulden auf mittlere Sicht tragfähig zu machen.

Der militärische Konflikt mit den prorussischen Separatisten im Osten des Landes hat die Ukraine in eine schwere Wirtschaftskrise gestürzt. Allein 2014 schrumpfte die Wirtschaft des Landes um 7,5 Prozent. Bereits vor Ausbruch des Konflikts mit Russland war die ukrainische Wirtschaft schwer in Mitleidenschaft gezogen worden: Während der internationalen Finanzkrise schlitterte das Land in die Rezession, später belasteten Korruption und Vetternwirtschaft das Investitionsklima.

Das Land hat derzeit etwa 70 Milliarden Euro Schulden, wovon der Regierung zufolge elf Milliarden bereits bis Ende des Jahres zurückgezahlt werden müssen.

mmq/dpa/AFP
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