Hilfskredite IWF bewilligt 17,5 Milliarden für Ukraine

Die Ukraine bekommt im Kampf gegen die Staatspleite Unterstützung vom Internationalen Währungsfonds. Dieser billigte Kredite in Höhe von 17,5 Milliarden Dollar.

IWF-Chefin Lagarde: Schulden der Ukraine tragfähig machen
REUTERS

IWF-Chefin Lagarde: Schulden der Ukraine tragfähig machen


Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat den Weg für neue Milliardenhilfen für die Ukraine frei gemacht. Der IWF-Verwaltungsrat billigte am Mittwoch Hilfskredite in Höhe von 17,5 Milliarden Dollar, teilte die Chefin des Währungsfonds, Christine Lagarde, mit. Das Vierjahresprogramm werde dabei helfen, die wirtschaftliche Lage in der Ukraine umgehend zu stabilisieren.

Zugleich würden weitreichende Reformen zur Wiederherstellung eines robusten Wachstums und zur Verbesserung der Lebensbedingungen der ukrainischen Bevölkerung auf den Weg gebracht. Das vereinbarte Hilfsprogramm sei ambitioniert, sagte Lagarde. Es sei mit vielen Risiken behaftet, doch gebe es genügend Erfolgsaussichten. Das neue Kreditprogramm tritt an die Stelle eines kurzfristigen Hilfspakets, das im vergangenen Jahr vereinbart worden war.

Insgesamt strebt die internationale Staatengemeinschaft ein Hilfspaket von gut 40 Milliarden Dollar an. Die neue IWF-Hilfe soll Teil dieses Programms sein. Auch die einzelnen G7-Länder sowie die Gläubiger der Ukraine sollen dazu beitragen.

Lagarde sagte, die ukrainische Regierung stehe vor Gesprächen mit Besitzern von Staatsanleihen. Es gehe darum, die Schulden auf mittlere Sicht tragfähig zu machen.

Der militärische Konflikt mit den prorussischen Separatisten im Osten des Landes hat die Ukraine in eine schwere Wirtschaftskrise gestürzt. Allein 2014 schrumpfte die Wirtschaft des Landes um 7,5 Prozent. Bereits vor Ausbruch des Konflikts mit Russland war die ukrainische Wirtschaft schwer in Mitleidenschaft gezogen worden: Während der internationalen Finanzkrise schlitterte das Land in die Rezession, später belasteten Korruption und Vetternwirtschaft das Investitionsklima.

Das Land hat derzeit etwa 70 Milliarden Euro Schulden, wovon der Regierung zufolge elf Milliarden bereits bis Ende des Jahres zurückgezahlt werden müssen.

mmq/dpa/AFP



insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
cyko 11.03.2015
1.
Benennen Sie doch bitte ein paar der IWF Auflagen für die u.a. ja auf dem Euromaidan Menschen erschossen wurden. Reden wir doch über: Erhöhung des Rentenalters Kürzung der Renten, Löhne und des Arbeitslosengeldes drastische Erhöhung der Gas- und Stromtarife und der Preise für Arzneimittel Abschaffung aller sozialen Präferenzen für einzelne Bevölkerungskategorien Kürzung der Sozialleistungen Verzicht auf Erhöhung des Existenzminimums weit reichende Privatisierungen Einführung des freien Landverkaufs und insbesondere die Härten welche dies für den Osten des Landes bedeutet - bewaffneter Konflikt oder nicht.
Schönwetterfrosch 11.03.2015
2. eine stabilisierung
der ukraine ist gut. dass russische Truppen den Osten der ukraine gewaltsam und mit Inkaufnahme vieler ziviler Opfer, eingenommen haben und trotzdem noch immer von Separatisten die rede ist, finde ich ziemlich absurd, denn putin selbst hat das falsche spiel längst zugegeben. hier mehr dazu lesen: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/bericht-eines-russischen-soldaten-aus-der-ukraine-13463017.html
raro 11.03.2015
3. spanisch
kommt mir der Geldsegen vor und das Ukrainische Volk sieht eher nichts davon erinnert mich an Griechenland nur andersrum Meine Meinung: Die Ultrareichen sind einfach viel zu teuer
carahyba 11.03.2015
4. damit wurde eine weitere IWF-Kolonie geschaffen
Zitat von cykoBenennen Sie doch bitte ein paar der IWF Auflagen für die u.a. ja auf dem Euromaidan Menschen erschossen wurden. Reden wir doch über: Erhöhung des Rentenalters Kürzung der Renten, Löhne und des Arbeitslosengeldes drastische Erhöhung der Gas- und Stromtarife und der Preise für Arzneimittel Abschaffung aller sozialen Präferenzen für einzelne Bevölkerungskategorien Kürzung der Sozialleistungen Verzicht auf Erhöhung des Existenzminimums weit reichende Privatisierungen Einführung des freien Landverkaufs und insbesondere die Härten welche dies für den Osten des Landes bedeutet - bewaffneter Konflikt oder nicht.
Die Verträge müssen eingehalten werden, wird es heissen, wenn sich Widerstand regen sollte. Es gibt kein Land wo die Methoden des IWF gewirkt haben. Alle Länder sahen nach diesen Programmen schlechter aus als vorher. Dafür wurde die neoliberale Ökonomie fest installiert, aus der dann kein Land ohne grösseren Schaden wieder herauskommt. Das war in Venezuela so, in Brasilien, in Portugal, Griechenland und Spanien kann man dass ja zeitnah besichtigen. Das BIP sackt in sich zusammen, die Arbeitlosenzahlen steigen erheblich anstatt zu fallen, wie vom IWF propagiert. Der Staatshaushalt erholt sich nicht. Als erstes werden Gesundheit und Bildung geschleift, dann werden die Löhne gesenkt, z.B. in Griechenland um 30%, dann werden Renten gesenkt und Arbeitslosengeld gekürzt. Die Arbeitslosigkeit und das Elend wächst. Das betroffene Land ist ökonomisch und politisch handlungsunfähig nach diesen "Massnahmen" und wird zur abhängigen Kolonie der "Geldgeber". So funktionieren die "Hilfsprogramme" des IWF. Die 17,5 Milliarden verschwinden sehr schnell in den Verteiler der Oligarchen, denn es müssen Investitionen gefördert werden, die aber nie kommen. Wer die Rechnung bezahlt ist vertraglich geregelt. Und Verträge müssen eingehalten werden.
nhorwath 11.03.2015
5. Wie bei Griechenland
so werden wir genau das selbe auch mit der Ukraine erleben.Es wird unser Bürger Geld hineingepumpt die Banken machen einen schlanken Fuß und der Bürger EU-weit wird es bezahlen müssen.Aber das stört Frau Merkel und Herr Schäuble nicht.Irgendwann wird sich Wut und Hass in der Bevölkerung soweit aufstauen, dass wir einem unkontrollierten Mob nichts mehr entgegensetzen können. Deutschland hat jetzt schon eine verarmte Bevölkerungsschicht die sich hier in den Foren nicht einmal mehr artikulieren kann.Weshalb lernt man nie aus den Fehlern der Vergangenheit?
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