Weltweite Getreidemärkte Krieg treibt Weizenpreis auf Rekordhoch

Infolge des Kriegs in Osteuropa und der Sanktionen gegen Russland steigt der Weizenpreis sprunghaft an. In vielen Regionen der Welt drohen womöglich Hungersnöte.
Weizenfeld in Bayern (Symbolbild): Zahlreiche Rohstoffe teurer

Weizenfeld in Bayern (Symbolbild): Zahlreiche Rohstoffe teurer

Foto: Armin Weigel/ picture alliance/dpa

Der Weizenpreis hat im Zuge des Ukrainekriegs ein neues Rekordhoch erreicht. Der europäische Future stieg um fast zehn Prozent auf 418,75 Euro je Tonne. Weizen aus den USA legte um vier Prozent zu und ist mit 13,40 Dollar je Scheffel ebenfalls so teuer wie nie. »Die Nachfrage nach Weizen zur baldigen Lieferung ist beispiellos«, schreiben die Experten der Beratungsfirma Agritel. Abnehmer müssten wegen des Ukrainekriegs den Ausfall von Lieferungen aus der Schwarzmeerregion verkraften.

Bereits in der vergangenen Woche hatten sich zahlreiche Rohstoffe stark verteuert, die aus Russland und der Ukraine exportiert werden. Die Länder zählen zu den wichtigsten Produzenten von Weizen weltweit. Laut Zahlen des Ministeriums ist Russland für zehn Prozent und die Ukraine für weitere vier Prozent der globalen Weizenexporte verantwortlich. Die EU und Deutschland produzierten 100 Prozent ihres Bedarfs selbst, seien also nicht auf Importe angewiesen. »Die Versorgung innerhalb der EU ist nicht gefährdet«, erklärte auch Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) am Mittwoch.

Getreidemangel in Afrika

Für Länder in Afrika, Nordafrika und Westasien hat der Weizenimport eine deutlich größere Bedeutung. Ägypten – mit mehr als 100 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der arabischen Welt – importiert einen großen Teil seines Weizens aus Russland und der Ukraine. Gleiches gilt für Tunesien. Dort sind vor allem arme Menschen dringend auf Brot angewiesen. Experten in Tunesien warnen bereits vor heftigen Preissteigerungen wegen des Kriegs. Künftig könnte zwar Getreide etwa aus Argentinien oder Rumänien kommen – aber ob das reicht, ist unklar. Andere Staaten in Westasien stehen vor ähnlichen Problemen.

hej/Reuters
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