Ukraine-Krise Russische Banken klagen gegen EU-Sanktionen

Die EU-Sanktionen gegen russische Unternehmen beschäftigen weiter die Justiz. Nach dem Ölkonzern Rosneft und dem Putin-Vertrauten Rotenberg klagen nun auch zwei russische Großbanken gegen die Strafaktionen.

Sitz der Sberbank in Moskau: Kreml soll zum Friedenskurs bewegt werden
REUTERS

Sitz der Sberbank in Moskau: Kreml soll zum Friedenskurs bewegt werden


Moskau - Die russische Sberbank Chart zeigen will die gegen sie verhängten Sanktionen der EU nicht hinnehmen. Zusammen mit einer weiteren russischen Großbank hat sie vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) Klage gegen die Strafen eingelegt. Das zweitgrößte Geldinstitut VTB erklärte zur Begründung, die Sanktionen der EU schadeten sowohl der Bank als auch ihren Kunden.

Die EU verweigert der Sberbank sowie zahlreichen weiteren russischen Unternehmen und Banken seit Juli den Zugang zum europäischen Finanzmarkt. Brüssel will den Kreml mit den Sanktionen zu einem Friedenskurs in der Ukraine-Krise bewegen.

Die Sberbank ist mehrheitlich in Besitz der russischen Zentralbank, rund 44 Prozent der Anteile halten ausländische Fonds. Das Geldhaus ist einer der größten Kreditgeber der russischen Wirtschaft und hält den höchsten Anteil an Spareinlagen im Land. Das Institut VTB warnte zuletzt, dass sich bis Jahresende wegen der Sanktionen ein Milliardenverlust anhäufen könnte. Die Bank durfte bereits einen eigentlich für das russische Rentensystem bestimmten Staatsfonds anzapfen.

Die Führung in Moskau bezeichnet die Politik des Westens als feindselig und hat russischen Unternehmen empfohlen, gegen die Strafmaßnahmen zu klagen. Auch der russische Ölkonzern Rosneft Chart zeigen und der russische Geschäftsmann Arkadi Rotenberg, ein enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin, haben wegen der EU-Sanktionen bereits Rechtsmittel eingelegt.

vks/dpa/Reuters



insgesamt 7 Beiträge
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alterLeser 24.10.2014
1. Putin will es noch immer nicht verstehen
Es wäre ganz einfach: Die Krim an die Ukraine zurückgeben, alle "verirrten" Soldaten aus der Ukraine zurückholen und die Verantwortlichen für den Flugzeugabsturz an die Niederlande ausliefern. Dann darf die Sberbank wieder am Kapitalmarkt mitspielen. Wenn das Putin und seine Oligarchen nicht verstehen wollen, wird es weiter abwärts gehen mit Russland bis zur Pleite. Die Sberbank ist ohnehin das kleinste Problem. Das größere Problem sind die fallenden Ölpreise, die demnächst unter die Förderkosten in Russland fallen. Was auch nicht vergessen werden darf: Mittelfristig kann Gas durch das billigere Öl ersetzt werden. Also werden auch die Gaspreise fallen. Schlechte Aussichten für Putin und seine Oligarchen.
Dr. Clix 25.10.2014
2. Die Krim ist anektiert worden...
und es ist grosser Verlust entstanden. Dem können Gerichte nur Recht geben. Nützt es den rechtmäßigen Besitzern-nein. Russen verletzen Souverenität schamlos.
rapeehl 25.10.2014
3. Wenn es ein faires Verfahren gibt, haben die Banken gute Chancen...
Soweit ich informiert, verstossen die Sanktionen ( egal wie sie motiviert sind) sowohl gegen die WTO Satzung, wo Politik und Wirtschaft streng getrennt wird als auch gegen geltendes UN Recht. Sanktionen sind nur Rechtens, wenn Sie vom Uno Sicherheitsrat beschlossen werden... Ich lass mich mal ueberraschen, glaube aber an kein faires Verfahren. Viel zu verfahren die Kisten mit der USA am Steuer.
siegerländer79 25.10.2014
4. Völkerrecht gilt immer nur für die anderen
Wenn ein westlicher Verbündeter gegen das Völkerrecht verstößt, hat es noch nie Sanktionen gegeben. Bestes Beispiel Israel. Aber auch die USA. Gegen welches Völkerrecht hat eigentlich der Iran verstoßen? Da reichten schon Mutmaßungen für Sanktionen. Oder Kuba?Wieso wird eigentlich der Westen nicht sanktioniert, wegen Herbeiführen eines Putsches gegen den demokratisch gewählten Präsidenten eines europäischen Landes. Der Westen nutzt Sanktionen doch nur gegen unliebsame Regierungen.
paul-48 25.10.2014
5. Jetzt ist es raus wer an den Sanktionen verdient....
Ein Aufgebot an "Staranwälten" zur Anklage und Verteidigung sichert zumindest Winkeladvokaten ihr Einkommen zum Auskommen! Wer dazu noch in Deutschland lebt hat als Anwalt - wie noch einige andere selbständige Berufsgruppen - den unsagbaren Vorteil, einer einfachen Buchführung! PRIVILEGIEN von denen Otto-Normalverbraucher nur träumen kann.......schööööööön
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