Ukraine-Krise Russische Banken klagen gegen EU-Sanktionen

Die EU-Sanktionen gegen russische Unternehmen beschäftigen weiter die Justiz. Nach dem Ölkonzern Rosneft und dem Putin-Vertrauten Rotenberg klagen nun auch zwei russische Großbanken gegen die Strafaktionen.
Sitz der Sberbank in Moskau: Kreml soll zum Friedenskurs bewegt werden

Sitz der Sberbank in Moskau: Kreml soll zum Friedenskurs bewegt werden

Foto: SERGEI KARPUKHIN/ REUTERS

Moskau - Die russische Sberbank   will die gegen sie verhängten Sanktionen der EU nicht hinnehmen. Zusammen mit einer weiteren russischen Großbank hat sie vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) Klage gegen die Strafen eingelegt. Das zweitgrößte Geldinstitut VTB erklärte zur Begründung, die Sanktionen der EU schadeten sowohl der Bank als auch ihren Kunden.

Die EU verweigert der Sberbank sowie zahlreichen weiteren russischen Unternehmen und Banken seit Juli den Zugang zum europäischen Finanzmarkt. Brüssel will den Kreml mit den Sanktionen zu einem Friedenskurs in der Ukraine-Krise bewegen.

Die Sberbank ist mehrheitlich in Besitz der russischen Zentralbank, rund 44 Prozent der Anteile halten ausländische Fonds. Das Geldhaus ist einer der größten Kreditgeber der russischen Wirtschaft und hält den höchsten Anteil an Spareinlagen im Land. Das Institut VTB warnte zuletzt, dass sich bis Jahresende wegen der Sanktionen ein Milliardenverlust anhäufen könnte. Die Bank durfte bereits einen eigentlich für das russische Rentensystem bestimmten Staatsfonds anzapfen.

Die Führung in Moskau bezeichnet die Politik des Westens als feindselig und hat russischen Unternehmen empfohlen, gegen die Strafmaßnahmen zu klagen. Auch der russische Ölkonzern Rosneft   und der russische Geschäftsmann Arkadi Rotenberg, ein enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin, haben wegen der EU-Sanktionen bereits Rechtsmittel eingelegt.

vks/dpa/Reuters
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