Reaktion auf russische Attacken Ukraine dockt an Europas Stromnetz an

Die Ukraine beklagt viele russische Angriffe auf ihre Stromversorgung. Nun ist das Land an die kontinentaleuropäische Stromversorgung angeschlossen worden – und die Republik Moldau gleich mit.
Strommast in der Westukraine (2021): »Gemeinsame Elektrizität und Solidarität«

Strommast in der Westukraine (2021): »Gemeinsame Elektrizität und Solidarität«

Foto:

Serhii Hudak / imago images/Ukrinform

Die Stromnetze der Ukraine und von Moldau sind erfolgreich mit dem kontinentaleuropäischen Stromnetz verbunden worden. Das gab EU-Energiekommissarin Kadri Simson bekannt. »In diesem Bereich ist die Ukraine jetzt ein Teil Europas«, sagte sie. Die EU werde die Ukraine im Energiebereich unterstützen.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte den Schritt und schrieb auf Twitter: »Ukraine, Moldau und Europa: Gemeinsame Werte, gemeinsame Elektrizität und Solidarität.«

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßte die Synchronisierung des Stromnetzes seines Landes mit der westeuropäischen Versorgung. Die Ukraine sei »ein Mitglied der Energieunion der EU« geworden, schrieb Selenskyj bei Twitter. Er bedankte sich bei Simson und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die Ukraine hatte zahlreiche russische Angriffe auf ihre Energienetze beklagt. »Sie zerstören gezielt und zunehmend unsere Umspannwerke, unsere Übertragungsleitungen«, sagte Maksym Timtschenko, Chef des größten privaten ukrainischen Energieversorgers DTEK, der gut zwanzig Prozent des landesweit verbrauchten Stroms produziert, am Montag dem SPIEGEL.

Jurij Witrenko, Chef des staatlichen Öl- und Gaskonzerns Naftogaz sagte dem SPIEGEL vor rund anderthalb Wochen, die Infrastruktur, für die sein Unternehmen verantwortlich sei, werde massiv »bombardiert oder beschossen «. Tag für Tag werde mehr zerstört.

Solche Schläge auf relativ kleine Ziele können massive Wirkung entfalten. Ist der Strom unterbrochen, drohen in Krankenhäusern, die Verwundete versorgen, lebenserhaltende Geräte auszufallen. Essen und Medikamente können teils nicht mehr gekühlt werden. Kommunikationstechnik von Regierung, Militär und Privatleuten droht lahmgelegt zu werden. Ist die Gasversorgung unterbrochen, müssen die Soldaten und andere Menschen, die noch im Land sind, ebenfalls frieren.

Das Stromnetz der Ukraine galt als besonders verwundbar, weil es sich vor der Verbindung mit Kontinentaleuropa im sogenannten Inselbetrieb befand. Es war Ende Februar auf ukrainische Initiative für einen lange geplanten Test von den Nachbarn Russland und Belarus abgekoppelt worden. Kurz darauf marschierten Putins Truppen ein.

Der Krieg hat die Verbindung mit dem europäischen Stromnetz massiv beschleunigt. Der Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber arbeitete schon seit 2017 an diesem Schritt. Nach Angaben von EU-Kommissarin Simson hätte er »unter normalen Umständen« im kommenden Jahr geschehen sollen.

sol/dpa/AFP