Ukraine-Krise Ostausschuss befürchtet Verlust von 25.000 Arbeitsplätzen

Die Krise in der Ukraine macht der deutschen Wirtschaft schwer zu schaffen. Allein die Drohung der EU mit Sanktionen hat die Ausfuhren drastisch einbrechen lassen. Nach Schätzung des Ostausschusses sind 25.000 Arbeitsplätze in Gefahr.

Ausschreitungen in Kiew: 31 Prozent Rückgang im Vergleich zum Vorjahr
AFP

Ausschreitungen in Kiew: 31 Prozent Rückgang im Vergleich zum Vorjahr


Berlin - Der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft fürchtet bei einer Ausweitung des Ukraine-Konflikts um bis zu 25.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Der Ausschussvorsitzende Eckhard Cordes bezeichnete zudem die Debatte über Wirtschaftssanktionen gegen Russland als "absolutes Gift für die Wirtschaftsentwicklung in dieser Region". "Wir haben noch gar keine Sanktionen", sagte er am Freitag in Berlin. "Aber die Sanktionen wabern durch den Raum und führen zu einer deutlichen Schwächung der wirtschaftlichen Entwicklung."

In einer Umfrage unter etwa hundert deutschen Unternehmen sprachen sich 44 Prozent strikt gegen Sanktionen aus. 47 Prozent wären als "allerletztes Mittel" damit einverstanden.

Nach Angaben des Ost-Ausschusses brachen die deutschen Ausfuhren in die Ukraine und nach Russland in den ersten vier Monaten des Jahres regelrecht ein. Der Export in die Ukraine ging in Jahresfrist um 31 Prozent zurück, was 500 Millionen Euro entspricht. Die Ausfuhren nach Russland sanken um 14 Prozent oder 1,7 Milliarden Euro.

"Wenn die vier Monate sich so weiter entwickeln im gesamten Jahr, bedeutet das Gefahr für 25.000 Arbeitsplätze in Deutschland", sagte Cordes. Deshalb müsse alles dafür getan werden, um die Lage in der Region zu stabilisieren. "Darüber hinaus muss alles entwickelt werden, damit die Negativ-Entwicklung nicht auf andere Teile Osteuropas überschwappt."

mik/dpa-AFX



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