Konflikt mit Russland Ukrainische Landeswährung fällt auf historischen Tiefstand

Die anhaltenden Spannungen in der Ukraine machen der Landeswährung schwer zu schaffen: Die Hrywnja ist auf ihren bislang niedrigsten Wert gefallen. Auch andere Währungen in Osteuropa schwächeln.
Hrywnja-Banknote (r.) neben russischem Rubel: Talfahrt fortgesetzt

Hrywnja-Banknote (r.) neben russischem Rubel: Talfahrt fortgesetzt

Foto: Hannibal Hanschke/ picture alliance / dpa

Kiew/Frankfurt am Main - In der Ukraine setzt der Konflikt im Osten des Landes die Währung unter Druck. Die Hrywnja ist auf ihren bislang niedrigsten Stand seit Bestehen der Ukraine gefallen, wie am Dienstag die Zentralbank in Kiew mitteilte. Demnach kostet ein Euro derzeit 17,58 Hrywnja, ein US-Dollar 13,13 Hrywnja. Die Notenbank erklärte, den seit Monaten fallenden Kurs der Landeswährung stoppen zu wollen. Man versuche weiterhin, "die Marktteilnehmer zu beruhigen".

Die drohende militärische Eskalation des Konflikts wirkt sich auch auf andere osteuropäische Währungen aus - mehrere von ihnen verloren zuletzt an Wert. Für Verunsicherung sorgte, dass Russland am Dienstagvormittag 280 Lastwagen mit Hilfsgütern in Richtung Ukraine geschickt hatte. Die ukrainische Regierung verwehrte dem Konvoi jedoch den Zugang zum Land, weil er nicht - wie zuvor gefordert - vom Roten Kreuz geleitet wurde. Die Regierung in Kiew warnt seit Monaten vor einer Invasion aus Russland.

Die Ukraine steckt seit zwei Jahren in einer wirtschaftlichen Krise, die sich mit Beginn der Revolution auf dem Maidan in diesem Jahr drastisch verschärft hat. Wegen der Rezession hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) das Land im April mit einem Kredit in Höhe von 17 Milliarden Dollar (12,7 Milliarden Euro) vor der Pleite gerettet. Der IWF geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung der Ukraine in diesem Jahr um 6,5 Prozent schrumpfen wird. Zuletzt hatte die Zentralbank in Kiew den Leitzins im Juli auf 12,5 Prozent heraufgesetzt, um die Rekordinflation zu bekämpfen.

mxw/dpa/AFP