Preisstreit Ukraine will kein Gas aus Russland mehr kaufen

Russland und die Ukraine streiten weiter über die Gaspreise: Moskau lehnt günstigere Tarife für Kiew weiterhin ab, der ukrainische Energieversorger Naftogaz will deshalb gar kein russisches Gas mehr kaufen.

Gazprom-Zentrale Moskau (Archiv): Ukraine und Russland streiten weiter
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Gazprom-Zentrale Moskau (Archiv): Ukraine und Russland streiten weiter


Russland und die Ukraine haben sich bei Verhandlungen in Wien nicht auf neue Lieferbedingungen für Gas verständigen können. "Die Parteien sind weiter weit voneinander entfernt", sagte der als Vermittler fungierende EU-Kommissar Maros Sefcovic.

Als Reaktion auf das Scheitern der Gespräche teilte der staatliche ukrainische Energieversorger Naftogaz mit, er werde von Mittwoch an so lange kein russisches Erdgas mehr kaufen, bis sich die Beteiligten auf einen Preis verständigt hätten. Die Weiterleitung von Gas nach Europa sei von der Entscheidung nicht betroffen.

Bei den Verhandlungen geht es um eine langfristige Lösung für den Gasstreit zwischen Kiew und Moskau. Die Regierung der Ukraine fordert einen neuen Gasvertrag mit niedrigen Preisen. Russland lehnt dies ab und verweist auf ein noch bis 2019 laufendes Abkommen.

Von einer Einigung hängt ab, wie die vom Gas aus Russland abhängige Ukraine über den Winter kommt. Seitdem in Kiew eine prowestliche Regierung an der Macht ist, sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern extrem angespannt.

Moskau hatte Anfang 2014 den Gaspreis für die Ukraine erhöht. Im Juni unterbrach Gazprom dann die Lieferungen in das Nachbarland und rief den internationalen Schiedshof in Stockholm an, da sich die Ukraine weigerte, Schulden aus Gasgeschäften zu bezahlen.

Die Lieferungen wurden erst nach der Unterzeichnung eines vorläufigen Abkommens zwischen beiden Ländern Ende des Jahres wieder aufgenommen. Das Abkommen hatte eine Laufzeit bis zum 30. Juni. Mit einem Urteil aus Stockholm in dieser Angelegenheit wird nicht vor Ende 2016 gerechnet.

Gazprom bezifferte die ukrainischen Gasschulden kürzlich auf insgesamt 29,5 Milliarden Dollar.

syd/dpa/AFP/Reuters



insgesamt 52 Beiträge
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Seite 1
sfk15021958 01.07.2015
1.
... sei von der Entscheidung nicht betroffen". Das glauben die doch selbst nicht! Wenn unrechtmäßigerweise Gas entnommen wird, werden die Russen den Gashahn zudrehen und Westeuropa hat wieder mal das Nachsehen.
humptata 01.07.2015
2. Wird dann wohl ein kalter Winter in der Ukraine, oder?
Nein, das Druckmittel wird wieder die Durchleitung russischen Gases durch die Ukraine. Da kann man ja immer ein wenig abzapfen, und wenn das hart auf hart kommt, macht man die Leitung dicht, dann machen die frierenden Deutschen schon Druck auf die bösen Russen. Danke, Schröder, für Northstream!
winkler00 01.07.2015
3. Kindergarten.
Da es sich hier die Energieversorgung eines Landes geht, und die UA wohl auch nicht andere Ressourcen hat, ist das wohl eher wieder eine Nebelkerze. Entweder kann sie nicht mehr die Vorkasse stemmen, oder sie will die EU wieder bitten, die Rechnung zu über nehmen. Die Griechen machen es ja vor, wer pleite ist kann ja noch mehr aus Brüssel herausholen. Da UA noch nicht Mitglied ist, kann man ja so was laesstiges wie die Gasrechnung nach Brüssel delegieren. Schliesslich muss ja der ehrenwerte Krieg ja honoriert werden. Putin freut sich, über jeden solventen Zahler.
grool 01.07.2015
4. Streit
Na da wird dann sicherlich wieder der Westen das Gas irgendwo anders kaufen und bezahlen. Nur um Putin aus auszuwischen und weil die Ukraine ja so demokratisch ist.
muffpotter 01.07.2015
5. Schlimm?
Wird Russland nicht weiter stören, wenn ein säumiger Zahler, dem zudem noch Sonderpreise eingeräumt wurden, künftig wegfällt.
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