Umfrage Wovor die Deutschen Angst haben

Selten war die Zukunftsangst der Deutschen so groß wie jetzt: Laut einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung bereiten vor allem wirtschaftliche Probleme den Bürgern große Sorgen. Aber auch andere Ängste wachsen massiv.

Schienenarbeiten in München: Angst vor Arbeitslosigkeit ist gesunken
DPA

Schienenarbeiten in München: Angst vor Arbeitslosigkeit ist gesunken


Berlin - Es sind vor allem wirtschaftliche Sorgen, die viele Deutsche umtreiben: Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger fürchten sich vor steigenden Lebenshaltungskosten und einem Wirtschaftsabschwung. Das zeigt eine am Donnerstag vorgestellte Langzeitstudie im Auftrag der R+V Versicherung. Wegen der Ölpest im Golf von Mexiko und den Überflutungen in China und Pakistan ist aber auch die Angst vor Naturkatastrophen so stark wie noch nie.

Rund 64 Prozent der Bürger befürchten laut der Studie, dass die Zahl der Umweltkatastrophen noch zunimmt. Das sind acht Prozentpunkte mehr als vergangenes Jahr und zugleich der bisher höchste Wert der Langzeitstudie.

Die Studie "Die Ängste der Deutschen" wird seit 1991 von der Gesellschaft für Konsumforschung durchgeführt. Die GfK befragte dafür zwischen Mitte Juni und Mittel Juli knapp 2500 Bürger ab 14 Jahren.

Nach Angaben der Forscher sind die Ängste der Deutschen im Vergleich zum Vorjahr deutlich angewachsen und erreichen den zweithöchsten Durchschnittswert seit Beginn der Studie vor 20 Jahren. Vor allem Männer blickten nie sorgenvoller in die Zukunft als in diesem Jahr: Fast jeder zweite hat große Zukunftsängste, im vergangenen Jahr waren es noch 42 Prozent.

  • Die meisten Sorgen bereiten den Deutschen demnach steigende Lebenshaltungskosten (68 Prozent).
  • Mit 67 Prozent fast ebenso hoch ist die Furcht vor einer Verschlechterung der Wirtschaftslage. "Alarmierende Nachrichten über Finanzmarktkrisen, Währungskrisen und Rettungsschirme für überschuldete EU-Staaten erschüttern das Sicherheitsbedürfnis der Bürger", erklärte der Heidelberger Politologe Manfred Schmidt, der die GfK für die Studie beriet.
  • Lediglich eine Sorge belastet die Deutschen weniger als 2009 - die Arbeitslosigkeit. Diese Sorge nahm im Vergleich zum Vorjahr um vier Punkte auf 61 Prozent ab, womit sie in der Rangfolge vom zweiten auf den sechsten Platz abrutschte. Noch geringer ist die Angst, den eigenen Job zu verlieren. Sie liegt mit 48 Prozent im Mittelfeld - wobei im Osten diese Angst mit 61 Prozent deutlich verbreiteter ist als im Westen mit nur 45 Prozent.

OECD warnt vor weniger Wachstum

Die wirtschaftlichen Sorgen der Deutschen decken sich aber zumindest mit den Vorhersagen von Ökonomen. Die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erwartet für das zweite Halbjahr ein geringeres Wachstum in den sieben wichtigsten Industrieländern. Demnach könne das Wachstum im zweiten Halbjahr gerade einmal 1,5 Prozent betragen, teilte OECD in Paris mit. Bisher war die OECD von 1,75 Prozent Wachstum ausgegangen.

Auch für Deutschland korrigierte die Organisation die Zahlen nach unten: "Deutschland muss sich in den nächsten Quartalen auf Wachstum auf niedrigerem Niveau einstellen", sagte OECD-Volkswirt Felix Hüfner. Für das dritte Quartal sei lediglich ein Wachstum von 0,7 Prozent zu erwarten, für das vierte Quartal eines von 1,1 Prozent. Einen Rückfall in die Rezession erwarten die Experten aber nicht.

Die Forscher vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) gehen ebenfalls davon aus, dass der Aufschwung abschwächt - allerdings vor allem im kommenden Jahr. Laut ihrer Prognose ist mit einem Konjunkturplus von 1,7 Prozent zu rechnen, teilte das Institut für Weltwirtschaft (IfW) mit.

Wie andere Experten haben die Kieler ihre Schätzung für 2010 deutlich erhöht. Bisher hatten sie für 2010 nur 2,1 Prozent Wachstum veranschlagt, nun erwarten sie ein Plus von 3,4 Prozent.

cte/AFP/Reuters/dpa



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Seite 1
kdshp 09.09.2010
1. aw
Zitat von sysopSelten war die Zukunftsangst der Deutschen so groß wie jetzt: Laut einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung bereiten vor allem wirtschaftliche Probleme den Bürger große Sorgen. Aber auch andere Ängste wachsen massiv. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,716608,00.html
Hallo, wen wundert das? Seit jahre höre ich gerade von der CDU/CSU/FDP das es uns schlecht geht und deutschland gerettet werden muss. Also irgendwann glaubt man das einfach wenn man täglich damit gefüttert wird.
NaDenn 09.09.2010
2. Angst, daß "die Integrationslenkung" dadurch begründet ist
Zitat: Joschka Fischer: "Deutschland muss von außen eingehegt, und von innen durch Zustrom heterogenisiert, quasi verdünnt werden. " "Deutsche Helden müsste die Welt, tollwütigen Hunden gleich, einfach totschlagen." Jürgen Trittin: "Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig." Daniel Cohn-Bendit:"Wir, die Grünen, müssen dafür sorgen, so viele Ausländer wie möglich nach Deutschland zu holen. Wenn sie in Deutschland sind, müssen wir für ihr Wahlrecht kämpfen. Wenn wir das erreicht haben, werden wir den Stimmenanteil haben, den wir brauchen, um diese Republik zu verändern." Claudia Roth:"Deutsche sind Nichtmigranten, mehr nicht!" Grünenvorstand, München: "Es geht nicht um Recht oder Unrecht in der Einwanderungsdebatte, uns geht es zuerst um die Zurückdrängung des deutschen Bevölkerungsanteils in diesem Land." Und Angst macht mir die offensichtlich einhellige tabuisierung "der Politik" dieser Aussagen: http://www.hss.de/fileadmin/migratio...tragReusch.pdf
irobot 09.09.2010
3. Lorem ipsum
Zitat von sysopSelten war die Zukunftsangst der Deutschen so groß wie jetzt: Laut einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung bereiten vor allem wirtschaftliche Probleme den Bürger große Sorgen. Aber auch andere Ängste wachsen massiv. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,716608,00.html
Wenn es nichts mehr gibt, wovor der Deutsche Angst haben könnte, ... dann geht die Welt unter.
Sapere aude 09.09.2010
4. Häh?
Ja wie jetzt? Sagt dieselbe Gesellschaft für Konsumforschung nicht andauernd das wir vor lauter Glücksgefühlen im Kaufrausch sind?
albert schulz 09.09.2010
5. ein uralter Hut
Warum denn fordern die Gewerkschaften nichts ? Warum denn arbeiten nur noch zehn Prozent bis 65 ? Warum gehen die Immobilienpreise in den Keller, wenn das Ding nicht an einer Bahnlinie liegt ? Warum denn wird heute über Hartz IV gesprochen ? Gibt es in jeder Familie, und es wird nicht mehr unter den Tisch gekehrt. Warum wird auf den Türken rumgehackt ? Warum hat dieses kleine Arschloch Sarrazin Erfolg mit seinem Hirndurchfall ? Warum hauen gutausgebildete junge Leute ab, nicht nur Türken ? Sie suchen wohl nach Zukunft, nach Aufgaben, nach einem Job. Warum denn hat die FDP so viele Stimmen bekommen ? Alle haben geglaubt, daß sie zaubern kann, wie der Rattenfänger von Hammeln. Die Leute sind derart pessimistisch, daß sie womöglich sogar bereit wären, eine halbwegs gerechte Verteilung des Elends zu akzeptieren. Aber das ist ein uralter Hut.
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