Kinderarbeit und Umweltverschmutzung Norwegens Staatsfonds zieht Geld aus Unternehmen ab

Norwegens Staatsfonds hat sein Geld aus fünf Unternehmen abgezogen, weil sie die Umwelt verschmutzen oder Kinder für sich arbeiten lassen. Der umgerechnet fast 600 Milliarden Euro schwere Fonds hat zudem die Ölkonzerne Shell und Eni wegen mangelnden Umweltschutzes auf die Beobachtungsliste gesetzt.
Protest in Nigeria: Shell wird vorgeworfen, Erdöl ins Meer laufen zu lassen

Protest in Nigeria: Shell wird vorgeworfen, Erdöl ins Meer laufen zu lassen

Foto: George Esiri/ dpa

Oslo - Der norwegische Staatsfonds gilt als einer der Großanleger mit den höchsten moralischen Standards. Der Fonds verdankt sein Kapital zwar dem Ölreichtum der Nordsee, legt das Geld aber nach strengen ethischen Grundsätzen an. Jetzt hat der Statens pensjonsfond sein Geld aus fünf Unternehmen abgezogen, weil sie die Umwelt verschmutzen oder Kinder für sich arbeiten lassen.

Zwei weitere große Konzerne, die Ölmultis Shell und Eni, stehen wegen mangelnden Umweltschutzes fortan unter Beobachtung, wie das Finanzministerium in Oslo mitteilte. Der Staatsfonds ist mit umgerechnet 582 Milliarden Euro verwalteten Vermögens der weltweit größte seiner Art; er legt einen Teil der Einnahmen aus Norwegens sprudelnden Ölquellen für künftige Generationen an. Investitionen in Firmen, die Menschenrechtsverletzungen begehen, schwere Waffen oder Tabakerzeugnisse herstellen oder der Umwelt schaden, sind verboten.

Bei den fünf Firmen, die künftig auf der schwarzen Liste des Fonds stehen, handelt es sich um die malaysischen Holz- und Gummibaum-Plantagenbetreiber WTK Holdings Berhad und Ta Ann Holdings Berhad. Auch beim chinesischen Minenkonzern Zijin Mining und dem peruanischen Unternehmen Volcan Compania Minera legt der Staatsfonds aus Umweltschutzgründen kein Geld mehr an. Die indische Firma Zuari Agro Chemicals landete auf der Liste, weil sie Kinder beschäftigten soll, wie das Finanzministerium mitteilte. Der südafrikanische Minenbetreiber AngloGold Ashanti werde aufmerksam beobachtet, ob er jüngste Zusagen zur Verbesserung seiner Umweltauflagen einhalte.

Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell und Eni aus Italien stehen wegen der Ölverseuchung im Niger-Delta am Pranger. Die norwegische Zentralbank, die den Staatsfonds verwaltet, soll nun auf die Multis einwirken, bei den Ölbohrungen in Nigeria umweltschonender vorzugehen. Sonst landen auch Shell   und Eni   auf der schwarzen Liste des Fonds. Auf dieser finden sich rund 60 Unternehmen, darunter EADS  , Boeing  , Philip Morris oder der US-Handelskonzern Walmart.

nck/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.