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17. Juli 2018, 06:51 Uhr

Gesetzesreform

Staat streckt Unterhalt für 714.000 Kinder vor

Viele Alleinerziehende bekommen von ihrem Ex-Partner keinen Unterhalt fürs Kind. Seit einer Gesetzesreform im Jahr 2017 springt der Staat immer öfter ein - bekommt das Geld aber später nur selten zurück.

Die Zahl der Alleinerziehenden, denen der Staat den Unterhalt des Ex-Partners vorschießt, hat im vergangenen Jahr um rund 75 Prozent zugenommen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") unter Berufung auf einen Bericht des Bundesfamilienministeriums.

Während Mitte 2017 für 414.000 Kinder Unterhaltsvorschuss gezahlt wurde, waren es Ende März 2018 schon fast 714.000 Kinder.

Grund für den starken Anstieg ist eine Gesetzesreform. Wenn Alleinerziehende keinen Unterhalt vom anderen Elternteil bekommen, schießt der Staat Geld vor. Im vergangenen Jahr wurde der Anspruch auf diesen sogenannten Unterhaltsvorschuss ausgeweitet.

Bestand zuvor nur Anspruch für Kinder bis zwölf Jahre maximal 72 Monate lang, gilt der Anspruch seit der Gesetzesänderung für Kinder bis zum 18. Geburtstag und ohne Begrenzung der Leistungsdauer.

Knapp 200.000 Kinder über zwölf Jahren erschienen laut "SZ" neu in der Statistik. Auch bei den Sechs- bis Elfjährigen sei die Zahl deutlich angestiegen, um über 107.000 auf gut 313.000. "Für viele Alleinerziehende ist das eine echte Unterstützung", sagte Familienministerin Franziska Giffey (SPD) der "SZ".

Für die Steuerzahler hingegen ist es eine Belastung. Die Kosten für den Unterhaltsvorschuss beliefen sich dem Bericht zufolge 2017 auf insgesamt 1,1 Milliarden Euro. Zurückbekommen hat der Staat davon weniger als ein Fünftel - gut 209 Millionen Euro.

Bei manchen Ex-Partnern ist schlicht nichts zu holen. Zudem verfügen die Behörden nicht über genug qualifiziertes Personal, um die vielen Fälle abzuarbeiten.

ssu/dpa

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