Urteil Chefs können weniger verdienen als Untergebene

Vorgesetzte haben zwar mehr Verantwortung als normale Mitarbeiter, können aber trotzdem ein geringeres Gehalt bekommen als diese. Das entschied das Bundesarbeitsgericht. Geklagt hatte ein Meister, der weniger verdiente als seine Gesellen.

Chef und Angestellter: Wer mehr verdient, ist nicht immer eindeutig
Corbis

Chef und Angestellter: Wer mehr verdient, ist nicht immer eindeutig


Erfurt - Vorgesetzte haben keinen generellen Anspruch, mehr zu verdienen, als ihre Untergebenen. Wenn die Tarifparteien dies im Einzelfall andersherum regeln, ist das von der Tarifautonomie gedeckt, urteilte am Donnerstag das Bundesarbeitsgericht. Es bestätigte damit Übergangsvorschriften für den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD).

Geklagt hatte der Meister einer Ausbildungswerkstatt in Niedersachsen. Er ist Angestellter, die ihm untergebenen Lehrgesellen sind Arbeiter. Die für beide Gruppen früher getrennten Tarifverträge wurden im TVöD zusammengeführt. Der Grundlohn der Lehrgesellen ist danach niedriger, durch eine weiterhin gezahlte alte Zulage verdienen sie aber insgesamt mehr als ihr Meister.

Dieser müsse das hinnehmen, urteilte das Bundesarbeitsgericht. Die Bewertung der verschiedenen Tätigkeiten gehöre zu dem vom Grundgesetz geschützten Kerngeschäft der Tarifparteien. Wenn es dabei in Ausnahmefällen zu Ungereimtheiten oder Härten komme, liege darin noch kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz.

böl/AFP



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