Arbeitsmarkt US-Wirtschaft schafft 215.000 neue Stellen

Es geht aufwärts am US-Arbeitsmarkt. Im März entstanden unerwartet viele Stellen. Auch die Stundenlöhne entwickelten sich positiv. Einzig die Arbeitslosenquote enttäuschte.

Arbeiter in South Carolina
REUTERS

Arbeiter in South Carolina


Die US-Wirtschaft hat im März unerwartet viele Jobs geschaffen. Trotz des starken Dollar und einer kriselnden Ölindustrie entstanden 215.000 neue Stellen und damit 10.000 mehr als von Ökonomen vorausgesagt. Im Februar waren es allerdings noch 245.000 neue Stellen gewesen.

Einzelhändler, Baubranche und der öffentliche Dienst stellten besonders viele Beschäftigte ein, gab das Arbeitsministerium in Washington bekannt. Dagegen baute die Industrie - deren Exportgeschäfte unter dem starken Dollar leiden - Stellen ab. Auch der Rohstoffsektor trennte sich von Mitarbeitern, da vor allem die Ölunternehmen unter den niedrigen Preisen leiden.

Im Fokus der Finanzmärkte standen die Stundenlöhne, die deutlich stärker stiegen als erwartet. Sie erhöhten sich um 0,3 Prozent zum Vormonat. Volkswirte hatten mit einem etwas schwächeren Zuwachs um 0,2 Prozent gerechnet. Im Jahresvergleich stiegen die Löhne wie bereits im Vormonat um 2,3 Prozent. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit blieb bei 34,4 Stunden.

Dollar legt nach Zahlen zu

Mit Blick auf die Geldpolitik der US-Notenbank Fed werden die Entwicklung der Stundenlöhne und die damit verbundenen Inflationserwartungen derzeit besonders beobachtet. Seit geraumer Zeit ist der Arbeitsmarkt in den USA vergleichsweise robust. Die Stundenlöhne hinkten bislang allerdings hinter dieser Entwicklung her.

Viele Anleger setzen nun darauf, dass die Fed noch in der ersten Jahreshälfte ihren Leitzins erhöht, was den Dollar für Anleger attraktiver macht. Der Dollar legte zu und der Euro fiel im Gegenzug etwa einen halben Cent.

Obwohl die Fed ihr Ziel Vollbeschäftigung praktisch erreicht hat, signalisiert sie seit der Zinswende vom Dezember Zurückhaltung auf dem Weg zur weiteren geldpolitischen Straffung. Sie blickt mit Sorge auf die Abkühlung der Konjunktur in China und die jüngsten Finanzmarkt-Turbulenzen. Notenbankchefin Janet Yellen kündigte deshalb an, "die Politik der Anpassung vorsichtig fortzusetzen".

Die getrennt erhobene Arbeitslosenquote stieg im März leicht auf 5,0 Prozent. In den beiden Vormonaten hatte die Quote noch bei 4,9 Prozent gelegen und damit auf dem niedrigsten Stand seit Februar 2008. Volkswirte hatten für März mit einer unveränderten Quote gerechnet.

Die Arbeitslosenquote in den USA ist aufgrund anderer Erhebungskriterien nicht mit der deutschen zu vergleichen. Den Anstieg der Beschäftigung bei gleichzeitigem Anstieg der Arbeitslosenquote führen Experten darauf zurück, dass sich wieder mehr Frauen und Männer aktiv um einen Job bemühen. Dadurch steigt zunächst die Zahl der registrierten Arbeitslosen, die sonst aus der Statistik gefallen wären. Zudem werden beide Zahlen auf unterschiedlicher Basis erhoben. Die Beschäftigtenzahlen werden aus Unternehmensbefragungen ermittelt. Die Arbeitslosenquote dagegen basiert auf Befragungen privater Haushalte.

brt/Reuters/dpa



insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
alt_f4 01.04.2016
1. Öffentliche Branche wächst
Sonst nichts. Staat wächst. Das nennt man wachstum auf Pump. Wenn es überhaupt Wachstum ist ...
pandur1234567@yahoo.com 01.04.2016
2.
Aha zum Frühlingsanfang werden mehr Leute angestellt? Was für ein Wunder. Und was sind das für Jobs? Hilfsarbeiterjobs bei dem man von einem einzelnen nicht existieren kann oder eher hochbezahlte Raketentechniker?
Luftkabel 01.04.2016
3. Die Zahlen sind doch nur Schall und Rauch
Seit ein paar Jahren werden doch nur noch Leute in der Statistik erfasst, die bereit sind zu arbeiten, die anderen fallen aus der "Arbeitslosenstatistik" heraus. Also ich lasse mich doch nicht hinter die Fichte locken, bei den Zahlen. Nebenbei können die USA ihre Zinsen nicht anheben, wer soll denn bei 19,0 Billionen Dollar Schulden, die Zinsen bedienen, wenn im Haushalt so viel Geld für Militär zum Fenster rausgeworfen wird. Für sinnvolle Investitionen ist doch sowiso kein Geld da zB. für Infrastruktur, die so kaputt ist, dass man denken könnte in einem 3. Weltland zu sein.
muellerthomas 01.04.2016
4.
Zitat von alt_f4Sonst nichts. Staat wächst. Das nennt man wachstum auf Pump. Wenn es überhaupt Wachstum ist ...
Eben gerade nicht. Im seit 2009/10 laufenden Aufschwung ist der staatliche Stellenaufbau extrem schwach, während der private Stellenaufbau durchaus normal ist. Die Staatsschuldenquote ist zudem seit einiger Zeit konstant bis leicht fallend und die private Schuldenquote ist seit 2009 massiv gefallen. Der durchaus gute private Stellenaufbau ist also gerade nicht "auf Pump" gebaut.
muellerthomas 01.04.2016
5.
Zitat von LuftkabelSeit ein paar Jahren werden doch nur noch Leute in der Statistik erfasst, die bereit sind zu arbeiten, die anderen fallen aus der "Arbeitslosenstatistik" heraus. Also ich lasse mich doch nicht hinter die Fichte locken, bei den Zahlen. Nebenbei können die USA ihre Zinsen nicht anheben, wer soll denn bei 19,0 Billionen Dollar Schulden, die Zinsen bedienen, wenn im Haushalt so viel Geld für Militär zum Fenster rausgeworfen wird. Für sinnvolle Investitionen ist doch sowiso kein Geld da zB. für Infrastruktur, die so kaputt ist, dass man denken könnte in einem 3. Weltland zu sein.
Worauf basiert Ihre Einschätzung? Seit 2010 entstehen in den USA Monat für Monat viele tausend neue Stellen. Wie kommen Sie darauf, dass das nicht stimmt? Die Staatsschluldenquote ist seit längerem stabil und ohnehin nicht besonders hoch. Die Zinsbelastung liegt zudem deutlich unter dem Niveau der 1990er Jahre. Selbst wenn die Zinsen nun steigen würden, ginge die Zinsbelastung zunächst weiter zurück (weil der Durchschnitts-Coupon der ausstehenden Anleihen über dem Marktniveau liegt) und bis wieder das Niveau der 1990er Jahre erreicht ist, müssen die Zinsen über lange Zeit massiv höher liegen als jetzt. Die Rüstungsausgaben sind in den letzten Jahren gesunken und im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung geben die USA weniger für das Militär aus als etwa Russland oder eine Reihe weiterer Staaten. Die USA geben mehr für Infrastruktur aus als die meisten europäischen Staaten. Das mag immer noch zu wenig sein, doch wenn die USA für Sie damit ein Drittweltland sind, ist Deutschland dann ein Viertweltland?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.