Handelsstreit EU verhängt Strafzölle auf US-Importe

Im Februar haben die USA neue Zölle auf Stahl und Aluminium in Kraft gesetzt. Jetzt revanchiert sich die EU.
Kartenspiel: Importzölle für verschiedene Kleinteile

Kartenspiel: Importzölle für verschiedene Kleinteile

Foto: Felix Kästle/ dpa

Die Europäische Union hat mit Gegenzöllen auf neue US-Strafzölle reagiert: Produkte wie Spielkarten, Feuerzeuge und Plastikabdeckungen für Möbel würden nun mit zusätzlichen Abgaben belegt, teilte die EU-Kommission mit. Die Maßnahme sei genau proportional zu der US-Entscheidung vom 8. Februar.

Damals hatte die Regierung von US-Präsident Donald Trump die 2018 verhängten Stahl-Zölle ausgeweitet. Damit wurden Sonderabgaben auch auf Produkte wie Stahlnägel, Heftklammern, Draht und Kabel fällig. Nun verhängt die EU - wie schon nach der ursprünglichen Entscheidung Trumps von 2018 - Gegenmaßnahmen, die in etwa das gleiche Handelsvolumen umfassen.

Der Umfang sei relativ begrenzt, teilte die Kommission mit. Die "Ausgleichsmaßnahmen" würden zudem in Übereinstimmung mit den Pflichten der EU unter den Regeln der Welthandelsorganisation WTO verhängt und bei der WTO gemeldet.

EU-Kommission fordert Aufhebung der US-Zölle

Die derzeitige Coronakrise zeige, wie wichtig es sei, Handel und Lieferketten aufrechtzuerhalten, hieß es. Um die Erholung zu unterstützen, erwarte man von den Partnern, unrechtmäßige Zölle wie die auf Stahl und Aluminium aufzuheben, teilte die Kommission mit.

Trump hatte 2018 mit Hinweis auf die nationale Sicherheit die ganze Welt mit Sonderzöllen auf Stahl und Aluminium überzogen. Trump stört sich daran, dass die Handelsbilanz der USA seit Jahren im Minus ist. Er sieht den enormen Saldo als Folge der Politik anderer Länder, die aus seiner Sicht mit unfairen Methoden ihre Exportwirtschaften fördern. Trump macht Druck auf große Handelspartner, damit diese mehr aus den USA importieren.

Wegen der US-Strafzölle auf Stahl hatte auch die EU wenig später Schutzzölle für Stahl aus aller Welt eingeführt, weil man damit rechnete, dass Stahlproduzenten massiv auf den europäischen Markt drängen. Schutzmaßnahmen für europäische Hersteller sollen das verhindern.

kko/dpa