US-Intervention China drosselt Öl-Investitionen in Iran

Der riesige Energiesektor ist ein Grundpfeiler von Irans Macht. Jetzt ist sein Wachstum bedroht: Nach Recherchen der Nachrichtenagentur Reuters fahren die Chinesen Milliardeninvestitionen im iranischen Öl- und Gasmarkt zurück - offenbar auf Druck der USA.

Ölförderung im Iran: Kontroverse um China
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Ölförderung im Iran: Kontroverse um China


Hamburg - Der iranische Energiemarkt ist auch ein Schlachtfeld internationaler Macht- und Sanktionspolitik. Die Protagonisten des Streits: Iran, China und die USA.

Das Regime von Mahmud Ahmadinedschad nutzt die Milliardeneinnahmen aus dem Öl- und Gassektor, um seinen politischen Einfluss auszuweiten und sein umstrittenes Atomprogramm voranzutreiben. Investoren machen in Iran deshalb kräftig Kasse.

Vor allem die Chinesen pumpten bislang Milliarden in das Land; mit diesen treibt Iran die Förderung seiner geschätzten 136 Milliarden Fass Öl und 27 Billionen Kubikmeter Erdgas voran. Iran ist auf das chinesische Geld angewiesen - ohne die Zahlungen könnte der Staat seine gewaltigen Fördermengen kaum aufrechterhalten, da andere Staaten Iran mit Sanktionen überziehen.

Doch nun droht das Wachstum ins Stocken zu geraten: Chinesische Geschäftsleute fahren ihre Investitionen in Iran offenbar zurück, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere Insider in Peking. Entsprechende Verhandlungen laufen demnach seit Monaten, wurden aber erst jetzt bekannt. Eine offizielle Bestätigung gibt es nicht.

Als Beispiel nennt Reuters die China National Petroleum Corporation (CNPC), Chinas größten staatlichen Öl- und Gaskonzern. Seit Juni sei CNPC schon zweimal von seinem iranischen Gegenpart ermahnt worden, die Arbeit auf dem Gasfeld South Pars zu beschleunigen, berichten auch iranische Medien. Die iranische Seite habe sogar gedroht, CNPC den Multimilliardendollar-Deal zu entziehen.

Amerika macht Druck

Zuvor hatte sich schon Chinas drittgrößter Ölkonzern CNOOC aus einem anderen großen Gasförderprojekt zurückgezogen. Laut Reuters hatte die Firma Ende 2010 Anweisungen von der chinesischen Regierung bekommen, das Projekt ruhen zu lassen. Sprecher von CNPC und CNOOC wollten ihre Aktivitäten im Iran nicht kommentieren.

Die chinesischen Geschäftemacher drosseln ihr Tempo in Iran offenbar nicht zuletzt auf Druck der USA. Peking versuche, die US-Regierung zu beschwichtigen, sagten Insider gegenüber Reuters. Die US-Regierung drängt China seit langem zu einem größeren Engagement für die Sanktionen gegen das iranische Atomprogramm. Die Regierung in Peking habe befürchtet, bei zu viel Aktivität in Iran abgestraft zu werden - und zwar auf dem US-Markt. Denn auch dort sind chinesische Ölfirmen aktiv. Angeblich fürchtet China Sanktionen der USA.

Offiziell habe die US-Regierung damit zwar nicht gedroht; inoffiziell jedoch hätten US-Diplomaten bei chinesischen Ölmanagern "die Klinken geputzt", berichten Insider. Vizepräsident Joe Biden und US-Außenministerin Hillary Clinton hätten die Regierung in Peking kürzlich bei einem Staatsbesuch ausdrücklich aufgefordert, die Sanktionen stärker zu unterstützen, sagte eine US-Regierungssprecherin. Sie hätten verlangt, dass sich chinesische Firmen im iranischen Energiesektor zurückhalten - indem sie ihre laufenden Aktivitäten verlangsamten und keine neuen Deals mehr abschlössen.

Zwischen den USA und China gebe eine stille Übereinkunft, hieß es aus dem US-Kongress. Seit Mitte 2010 signalisiere Peking, die US-Forderungen zwar nicht öffentlich zu akzeptieren, aber dennoch seine Aktivitäten einzuschränken.

ssu/Reuters

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insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
otla.pinnow 02.09.2011
1. Sind Sie sicher?
Zitat von sysopDer riesige Energiesektor ist ein Grundpfeiler von Irans Macht. Jetzt ist sein Wachstum bedroht: Nach Recherchen der Nachrichtenagentur Reuters fahren die Chinesen Milliardeninvestitionen im iranischen*Öl- und Gasmarkt zurück - offenbar auf Druck der USA. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,783962,00.html
Ich würde eher darauf setzen, dass die Chinesen nicht blöd sind. Die haben eine Milliarde Menschen zu ernähren, das ist ihr vorrangiges Ziel. Und ich denke, die Erfahrung mit Libyen, wo gerade die Chinesen doch recht schnell neue Geschäfte mit der Revolutionsregierung abschlossen, wird ihnen gezeigt haben, dass man mit seinem Ziel sicherer fährt, wenn man sich nicht zu eng mit Regierungen einlässt, die auf verlorenem Posten stehen. Oder glaubt irgend jemand, Ahmadinedjads Pasdaran werden es ewig schaffen, die Iraner mit Gewalt zu unterdrücken?
Hypotheker, 02.09.2011
2. Ja
Die Amis diktieren China mit wem Sie Geschäfte machen dürfen und mit wem nicht. Soviel zum Thema Grossmacht China. China braucht noch 15-20 Jahre um den Amis den " Kickass " zu verpassen.
Bundeskanzler20XX 02.09.2011
3. .
Es ist auch ganz einfach wenn man sich die Macht der Partner ansieht. Die USA bieten eine vielfach größere Handelsgrundlage als der Iran. Politisch haben die USA auch einen vielfach größeren Einfluss als der Iran. Zudem ist China auch stark vom Westen abhängig. Ohne den Export von Gütern in den Westen würde China ganz schnell zusammenbrechen. Da spielen die paar Liter und m³ Öl und Gas keine große Rolle.
BingoBongoMan 02.09.2011
4. Sehen Sie Geister?
Zitat von HypothekerDie Amis diktieren China mit wem Sie Geschäfte machen dürfen und mit wem nicht. Soviel zum Thema Grossmacht China. China braucht noch 15-20 Jahre um den Amis den " Kickass " zu verpassen.
Wieso denken Sie denn so extrem in Freund-Fein Bildern? Die Amis& Europäer haben die Sanktionen durchgesetzt und eingehalten, die Chinesen und die Russen haben sich einen ins Fäustchen gelacht und mehr Kasse gemacht. Jetzt hat wohl China gemerkt, dass die Mullahs mit den Revolutionsgardisten nicht mehr lange da sein werden und haben sich angeschlossen, bevor es zu spät ist. Meines Erachtens etwas, was die Russen noch nicht gerafft haben, wahrscheinlich, weil die Russen im Gegensatz zu China zu sehr mit Internen Problemen beschäftigt sind und daher seeeeeeeeehr langsam reagieren!
Gerdtrader50 02.09.2011
5. China, Großmacht kuscht vor USA
Wenn diese Nachrichten stimmen, und ich glaube Ihnen das, ist ja die Großmacht China ohne die Märkte der USA und Europas nicht so toll dran. Da ist dann also die Klarheit, von wegen USA pfeifen auf dem letzten Loch, die Europäer auch(mit dem Euro schon) und China ist die neue Weltmacht. Das Thema wäre damit zunächst mal vom Tisch.
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