Median-Einkommen US-Amerikaner verdienen erstmals seit der Krise wieder mehr

Erstmals seit 2007 sind die realen Median-Einkommen von US-Haushalten gestiegen. Demokraten werten das als Erfolg für die Politik von Barack Obama. Noch immer verdienen die Amerikaner allerdings weniger als vor der Finanzkrise.
Arbeiter in einer Lebensmittelfabrik in Bridgeport, New Jersey

Arbeiter in einer Lebensmittelfabrik in Bridgeport, New Jersey

Foto: © Reuters Staff / Reuters/ REUTERS

Das Median-Einkommen von US-Haushalten ist 2015 inflationsbereinigt um 5,2 Prozent auf $56.516 gestiegen. Das geht aus einem Jahresbericht der Statistikbehörde Census Bureau  hervor. Es handele sich um das erste Jahresplus seit 2007, dem Jahr vor Beginn der Rezession infolge der Finanzkrise.

Der Median markiert jenen Punkt, über und unter dem jeweils die Hälfte der Einkommen liegt.

Es handele sich um einen "wirklich breiten, breiten Zuwachs der Durchschnittseinkommen", sagte Trudi Renwick vom Census Bureau, und einen der stärksten Zuwächse überhaupt. Zuvor waren die Einkommen von Mittelklasseamerikanern über lange Zeit kaum gestiegen - auch nachdem der Abschwung 2009 endete und die Arbeitslosigkeit zurückging. Unterstützer der US-Demokraten werteten die Zahlen als Erfolg von Barack Obama, der 2009 Präsident wurde.

Von der Entwicklung profitierten Renwick zufolge alle Regionen und Altersgruppen sowie die meisten ethnischen Gruppen. Zugleich sank auch der Anteil von Amerikanern, die in Armut leben deutlich: von 14,8 auf 13,5 Prozent. Das war der deutlichste Rückgang seit 1999. In absoluten Zahlen lebten 2015 rund 43,1 Millionen Amerikaner in Armut, im Vorjahr waren es noch 3,5 Millionen mehr.

Die Zahlen spiegeln eine positive Entwicklung am Arbeitsmarkt, wo 2015 rund 2,4 Millionen Amerikaner zusätzlich eine Vollzeitstelle fanden. Zudem wurden zuletzt deutlich mehr Jobs mit mittleren Einkommen geschaffen, wohingegen in den ersten Jahren nach der Krise vor allem Niedriglohnjobs entstanden, etwa in Fast-Food-Restaurants oder Geschäften.

Trotz der positiven Entwicklung liegen die Zahlen immer noch unter dem, was US-Amerikaner vor Beginn der Krise verdienten: 2007 hatte das Median-Einkommen bei 57.423 Dollar gelegen. Das bisherige Allzeithoch im Jahr 1999 betrug sogar 57.909 - das heutige Einkommen liegt 2,4 Prozent darunter.

dab/AP
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