Anleihenkäufe US-Notenbank reduziert Geldflut erneut

Der Leitzins bleibt, wo er ist, aber die milliardenschweren Anleihen-Käufe werden weiter zurückgefahren: Die US-Notenbank setzt ihren vorsichtigen Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes fort. Dabei will sie sich künftig an neuen Indikatoren orientieren.

Neue Dollar-Scheine: Zinserhöhung frühestens 2015
AFP

Neue Dollar-Scheine: Zinserhöhung frühestens 2015


Washington - Die US-Notenbank Fed drosselt ihre milliardenschweren Ankäufe von Staatsanleihen und Hypotheken-Papieren erneut. Das monatliche Volumen werde um zehn auf 55 Milliarden Dollar verringert, entschied der Offenmarktausschuss der Fed am Mittwoch. Den Leitzins beließ die Fed dagegen auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Zugleich gab die Notenbank den Märkten eine neue Orientierungshilfe, wie lange dies noch so bleiben soll. Sie werde erst an eine Erhöhung denken, wenn sich die Inflationsrate in Richtung ihres Zielwertes von zwei Prozent bewege und es Fortschritte in Richtung Vollbeschäftigung gebe.

Ende 2012 hatte die Fed zugesichert, ihren wichtigsten Leitzins nicht anzuheben, solange die Arbeitslosenquote über 6,5 Prozent liegt. Ausgehend von einem Höchstwert in der Krise von zehn Prozent ist sie mittlerweile auf 6,7 Prozent gefallen. Um die Konjunktur weiter zu beleben, will die Fed die Zinsen aber noch nicht anheben. Deswegen war eine Änderung der Indikatoren notwendig geworden. Die Fed-Notenbanker rechnen mehrheitlich damit, dass die Zinsen erst nächstes Jahr steigen werden.

Mit der weiteren Kürzung der Konjunkturhilfen reagierte die Fed auf die zuletzt aufgehellte Lage am Arbeitsmarkt. Trotz der Kältewelle in den USA waren im Februar überraschend viele Jobs geschaffen worden. Auch die Industrie erholte sich vom Wintereinbruch. Dennoch zeigte sich die Fed in ihrer neuen Konjunkturprognose etwas skeptischer als noch Ende 2013: Sie geht jetzt von 2,8 bis 3,0 Prozent Wachstum in diesem Jahr aus. Die Arbeitslosenquote soll auf einen Wert zwischen 6,1 und 6,3 Prozent sinken.

Die US-Aktienmärkte gaben in Folge des Fed-Entscheids deutlich nach. Der Dow-Jones-Index Chart zeigen büßte rund 0,4 Prozent ein. Der Euro Chart zeigen fiel um gut einen halben Cent auf einen Kurs um 1,3860 Dollar.

dab/dpa/Reuters

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Jufloma 20.03.2014
1. Die FED ist privat seit 1913!
Dies sollte hinterfragt werden! Ein Staat wie die USA bekommt Kredit (leiht sich nichts!) von einer privaten Bank!? In welcher Welt leben wir den? Ein Staat sollte doch sein Geld und damit seine Währung selbst kontrollieren. Tipp: Warum hat die USA so viel Schulden? Warum Deutschland?
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