Furcht vor Zwangsräumungen US-Notenbank warnt vor Immobilienkrise

Republikaner und Demokraten kommen nicht voran im Streit über neue Corona-Hilfen. Ohne Einigung aber könnte es bald zu massenhaften Zwangsräumungen kommen, warnt die US-Zentralbank - so wie zu Beginn der Weltfinanzkrise.
Geräumtes Haus in Kalifornien (2008): Erinnerungen an die Finanzkrise werden wach

Geräumtes Haus in Kalifornien (2008): Erinnerungen an die Finanzkrise werden wach

Foto: DAVID MCNEW/ AFP

US-Notenbankchef Jerome Powell hat die Regierung in Washington eindringlich dazu aufgefordert, mehr Corona-Hilfen für die Haushalte bereitzustellen. Ansonsten könnte es zu einer Welle von Hypothekenausfällen und Räumungen kommen, sagte Powell in einer Anhörung von dem Bankenausschuss des US-Senats.

Womöglich würden Haushalte gerade die letzten Gelder aus dem ersten Hilfspaket über 2300 Milliarden Dollar ausgeben, das der Kongress im März beschlossen hatte, sagte Powell. "Das Risiko ist, dass sie schließlich das Geld aufbrauchen und ihre Ausgaben kürzen müssen - und vielleicht ihr Zuhause oder ihr Mietverhältnis verlieren." Daher müsse jetzt gehandelt werden.

Bislang ist im Streit um ein weiteres Corona-Hilfspaket im Kongress noch keine Einigung in Sicht. Auch nach monatelangem Hin und Her liegen die beiden politischen Lager immer noch zu weit auseinander, um sich auf ein neues Unterstützungspaket zu einigen. Der Streit gerät zudem immer mehr in das Fahrwasser der Präsidentschafts- und Kongresswahlen, die in nicht einmal zwei Monaten am 3. November stattfinden.

Powells Warnungen wecken Erinnerungen an den Beginn der Weltfinanzkrise von 2007/08. Damals kam es in den Vereinigten Staaten im großen Stil zu Hypothekenausfällen und Zwangsräumungen, als die US-Immobilienblase platzte. Bald mussten kreditgebende Banken und Inhaber von Kreditpaketen hohe Forderungen abschreiben. In der Folge kam es zu einer Kette von Pleiten. Reihenweise mussten Staaten ihre Finanzinstitute retten - und sich dabei hoch verschulden.

Heute sind die Regeln zur Kreditvergabe in den USA strenger als damals. In der Politik gibt es aber immer wieder Bestrebungen, sie zu lockern.

clh/Reuters