Fed-Entscheidung US-Notenbank will Leitzins 2019 nicht erhöhen

Pause bei den Anhebungen: Die US-Notenbank tastet den Leitzins in diesem Jahr vorerst nicht an. Im Dezember hatten die Währungshüter noch anderes signalisiert.

Fed-Chef Jerome Powell (Archivbild)
REUTERS

Fed-Chef Jerome Powell (Archivbild)


Die US-Notenbank Federal Reserve Bank (Fed) lässt den Leitzins unverändert und stellt für dieses Jahr keine Erhöhungen mehr in Aussicht. Die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell beließen den geldpolitischen Schlüsselsatz bei ihrer jüngsten Sitzung in der Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. Zu diesem Zinssatz können sich Banken über Nacht Geld leihen.

Zugleich signalisierte die Fed in ihrem aktualisierten Ausblick, dass 2019 kein Schritt nach oben hinzukommen soll. Erst 2020 soll womöglich eine Erhöhung folgen.

Die Fed hatte bei ihrer bislang letzten Erhöhung im vergangenen Dezember zunächst noch zwei weitere Anhebungen des Leitzinses für 2019 in Aussicht gestellt. In der Zwischenzeit verschlechterten sich jedoch die Aussichten für die Weltwirtschaft, zahlreiche Institute korrigierten auch für die USA ihre Wachstumsprognose nach unten.

Analysten rechneten deshalb zuletzt mit einer Pause bei den Zinsanhebungen. Bereits im Januar hatte die Notenbank wegen der unsicheren Konjunkturaussichten einen vorsichtigeren Kurs bei der Geldpolitik signalisiert. Zuletzt hatte die einflussreiche Währungshüterin Lael Brainard sogar Spekulationen über eine Zinssenkung ausgelöst.

Fed will Bilanzabbau dieses Jahr beenden

Die Fed beschloss nun zudem, den Abbau ihrer durch Krisenmaßnahmen aufgeblähten Bilanz bis zum September zu beenden, falls sich die Wirtschaft und die Bedingungen an den Finanzmärkten bis dahin wie erwartet entwickeln.

Die Bilanz der Notenbank ist gegenwärtig rund vier Mal so groß wie vor der großen Finanzkrise 2008. Dies ist eine Folge der ergriffenen Krisenmaßnahmen, darunter Ankäufe von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren. Zwischenzeitlich war das Portfolio der Fed auf rund 4,5 Billionen Dollar angewachsen.

Mittlerweile wurde es wieder auf unter vier Billionen Dollar gesenkt. Ein großer Teil dieser Vermögenswerte wird nach dem heutigen Beschluss weiterhin in den Büchern der Fed bleiben, um das Finanzsystem zu stützen.

Die US-Börsen machten nach dem Zinsentscheid Verluste wett. Sowohl der S&P 500 als auch die Technologiebörse Nasdaq kehrten in den positiven Bereich zurück, nachdem sie vor der Mitteilung der Fed noch Verluste verzeichnet hatten.

kko/Reuters/dpa-AFX



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willibaldus 20.03.2019
1.
Den vorletzten Absatz hätte ich anders formuliert. Die Anleihen bleiben erst mal in der Bilanz der Fed, weil ein weiterer Abbau zu viel Liquidität aus dem System nehmen und das Wachstum gefährden würde.
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