US-Notenbank Fed Trumps zweiter Wunschkandidat zieht sich zurück

Stephen Moore war früher Wahlkampfberater für den heutigen US-Präsidenten Donald Trump - und sollte nach dessen Vorstellung einen Direktorenposten bei der US-Notenbank bekommen. Doch er stolperte bereits als Zweiter über alte Vorwürfe.

Donald Trump (Archivbild)
Kevin Lamarque / REUTERS

Donald Trump (Archivbild)


Der US-Ökonom Stephen Moore will nicht weiter für einen Posten im Führungsgremium der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) kandidieren. Das teilte US-Präsident Donald Trump, der den 59-Jährigen vorgeschlagen hatte, auf Twitter mit. Moore habe entschieden, sich aus dem Berufungsprozess zurückzuziehen, schrieb Trump, ohne weitere Details zu nennen.

Der Ökonom ist bereits die zweite Person, die Trump für den Posten favorisiert hatte und die nun nicht zum Zuge kommt. Zuvor hatte der frühere Pizza-Unternehmer Herman Cain seine Bewerbung zurückgezogen.

Moore war als Kandidat umstritten. Vor Jahren war er unter anderem wegen als frauenfeindlich empfundenen Äußerungen in die Schlagzeilen geraten. Im Senat, der die Nominierung hätte bestätigen müssen, hatte es auch unter Republikanern Unruhe gegeben.

Darüber hinaus waren wirtschaftliche Aussagen von Moore in der Vergangenheit kritisiert worden. "Wachstum erzeugt keine Inflation", hatte Moore behauptet und damit an einer grundlegenden Annahme der Volkswirtschaftslehre gezweifelt.

Stephen Moore (Archiv)
Tom Williams/CQ Roll Call/AP

Stephen Moore (Archiv)

Bisher galt Moore als möglicher Kandidat für einen von zwei vakanten Stellen im mächtigen Direktorium der US-Notenbank. Zusammen mit dem Vorstand der New Yorker Notenbank sowie vier weiteren Vorständen der insgesamt elf regionalen Notenbanken bildet das Führungsgremium den sogenannten Offenmarktausschuss. Dieses Gremium ist für die US-Geldpolitik zuständig und legt den Leitzins fest. Trump hatte das Gremium in der Vergangenheit immer wieder kritisiert.

Moores Rückzug kam für Beobachter überraschend. "Ich habe Steve gebeten, mit mir zusammen an einem künftigen Wirtschaftswachstum in unserem Land zu arbeiten", schrieb Trump weiter. Auch hier machte er keine näheren Angaben.

kko/dpa/dpa-AFX



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