Konjunktur US-Notenbankerin bringt Leitzinssenkung ins Spiel

Bei der US-Notenbank deutet sich ein Kurswechsel in der Zinspolitik an. Angesichts der Schwächeanzeichen für die Konjunktur könnte erstmals seit einem Jahr wieder eine Senkung der Leitzinsen ins Haus stehen.
Fed-Managerin Lael Brainard

Fed-Managerin Lael Brainard

Foto: Brian Snyder/ REUTERS

Wenige Tage vor der nächsten Sitzung denken Fachleute aus der Federal Reserve Bank über eine behutsamere Gangart nach. "Der beste Weg, um die Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt und bei der Inflation zu sichern, ist ein vorsichtiges Navigieren bei den Zinsen", sagte die einflussreiche Währungshüterin Lael Brainard am Donnerstag in einer Rede an der US-Universität Princeton. Zwar habe sich die Prognose der Wirtschaftsentwicklung grundsätzlich nicht geändert. Jedoch hätten Konjunkturrisiken zugenommen, während sich zugleich ein Rückgang der Ausgaben von Unternehmen und Verbrauchern abzeichne. Die Fed kommt am 19. und 20. März zu ihrer nächsten Zinssitzung zusammen.

Nach vier Zinserhöhungen 2018 hatte die Notenbank Anfang dieses Jahres angesichts unsicherer Konjunkturaussichten eine Zinspause signalisiert und den geldpolitischen Schlüsselsatz in einer Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent belassen. An den Märkten wird in nächster Zeit kaum mit einer Zinserhöhung gerechnet, eher sogar noch mit einer Zinssenkung. Brainards Äußerungen gehören nun zu den ersten von Fed-Vertretern, die - wenn auch nur vage - die Aufmerksamkeit auf diese Möglichkeit lenken.

In Frankfurt kündigte die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag an, dass sie ihre rekordtiefen Leitzinsen noch bis mindestens zum Jahresende nicht erhöhen wolle. Bislang hatte sie dies nur bis über den Sommer hinweg in Aussicht gestellt. EZB-Chef Mario Draghi zeichnete ein pessimistischeres Bild der Konjunktur.

mik/Reuters