Angekündigte Importzölle China droht USA mit Konsequenzen

China hat die USA mit Blick auf die angekündigten Metall-Strafzölle vor Konsequenzen gewarnt. Man werde "nicht tatenlos zusehen, wie Chinas Interessen Schaden nehmen".
Stahlarbeiter in China

Stahlarbeiter in China

Foto: AFP

US-Präsident Donald Trump spitzt seine Einlassungen zu den angekündigten Strafzöllen via Twitter stetig zu. Nun hat China auf die Nachrichten aus Washington reagiert und erklärt, die Volksrepublik werde im Fall von Zöllen für Stahl- und Aluminium-Importe Gegenmaßnahmen zum Schutz der eigenen Belange ergreifen. "China will keinen Handelskrieg mit den USA, aber wir werden definitiv nicht tatenlos zusehen, wie Chinas Interessen Schaden nehmen", sagte Vizeaußenminister Zhang Yesui.

"Wenn politische Entscheidungen auf Basis falscher Beurteilungen oder Einschätzungen getroffen werden, wird dies die bilateralen Beziehungen beschädigen und zu Konsequenzen führen, die kein Land will", fügte er hinzu. Zugleich mahnte Zhang einen Dialog an. Verhandlungen und beiderseitige Öffnung von Märkten seien der beste Weg, um Handelskonflikte zu lösen, sagte er.

Die US-Handelbeziehungen zu China sind seit Trumps Amtsantritt Anfang vergangenen Jahres belastet. Trump wirft China in mehrfacher Hinsicht vor, sich durch unfaires Vorgehen zulasten der USA Vorteile auf dem Weltmarkt zu verschaffen, auch über Billigexporte von Stahl und Aluminium. China ist offiziell für rund zwei Prozent der Stahlimporte in die USA verantwortlich. Doch chinesischer Stahl gelangt laut Experten auch auf Umwegen in die USA. "In einer so großen Beziehung ist es nur natürlich, dass es Spannungen gibt", sagte Zhang Yesui. Die Lösung sei aber, die Märkte zu öffnen und "den Kuchen der Kooperation größer zu machen".

Am Donnerstag hatte der US-Präsident angekündigt, er wolle heimische Stahl- und Aluminiumproduzenten schützen, indem die USA empfindliche Schutzzölle auf Importe verhängen. Auf alle Stahlimporte sollen Zölle in Höhe von 25 Prozent, auf Aluminium in Höhe von zehn Prozent erhoben werden.

Via Twitter hatte Trump sein Vorgehen verteidigt und zuletzt nachgelegt. Er drohte europäischen Autobauern wie BMW, Daimler und VW mit Steuern auf Ausfuhren in die USA. Zuvor wiederum hatte die EU-Kommission gedroht, sie werde im Falle von US-Strafzöllen mit Gegenmaßnahmen reagieren. So könnten Einfuhren typisch amerikanischer Produkte, wie Bourbon Whiskey, Harley-Davidson Motorräder oder Bluejeans mit Einfuhrzöllen belegt werden.

Nicht nur die EU, sondern auch Wirtschaftsnationen wie Brasilien und Kanada kündigten Vergeltungsmaßnahmen an. Angesichts dieser Entwicklung warnen Ökonomen, Wirtschaftsvertreter und selbst Trumps republikanische Parteifreunde vor einem Handelskrieg.

mmq/Reuters/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.